U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-8, Trial Transkript, S. 49030-49054
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-8, Trial Transkript, S. 49030-49054
SignaturDMP.000-50-5-8.49030
InhaltsbeschreibungSeite: 49030-49054, Josef Hirsch (jüdischer Häftling, Österreicher) kommt als Belastungszeuge und ist bei der UNRRA angestellt. Er kam Ende August 1944 nach Steyr und blieb bis Februar 1945 und kam dann nach Gusen I. Freyholdt kennt er aus Steyr als Kommandoführer. Ein gewisser Ingenieur Weinberg aus Polen arbeitete als einfacher Arbeiter in der Werkstatt und wurde vom Blockältesten Boleslaw Sokolowski geschlagen weil er sich wegen seiner zu geringen Suppenration beschwert hatte. Danach ging Weinberg zur Arbeit und durfte sich auf Anweisung eines Zivilarbeiter ausrasten und schlief ein. Als es zum Zählappell ging, fehlte Weinberg und er wurde von Freyholdt geschlagen mit einem Stock. Außerdem meldete Freyholdt den Fall und der Lagerführer Hees ließ Weinberg hängen. Im April wurde der Lagerälteste Grill ebenfalls erhängt. Außerdem wurde ein gewisser Schneider erschossen. Auerswald schlug die Häftlinge immer wieder auf dem Appellplatz, er war Rapportführer. Als Heeß nach Steyr kam erklärte er, dass dies ein Arbeitslager sei und dass es keine religiöse oder rassische Diskriminierung gebe, wer seine Dienstpflicht mißachte, würde kein Erbarmen finden. Das Essen in Steyr war gut, denn Heeß kümmerte sich darum. Freyholdt habe auch in der Fabrik die Häftlinge auf dem Weg zum Mittagessen geschlagen, der Verteidiger interpretiert das anders und sagt, Freyholdt habe die Stärkeren zurückgehalten, damit sie den Schwächeren das Essen nicht wegnehmen. Die Nahrungsversorgung war laut Hirsch in Steyr besser als in den anderen Lagern, in denen er gewesen ist. Es gab zusätzliche Nahrung, die von der Fabrik als Bonus ausgegeben wurde. Mit ihren Boni konnten sich die Häftlinge in der Kantine [PX] Limonade und Bier kaufen.
AnmerkungenSchneider ist der Beruf, Name des Häftlings ist Friedrich Müller [vgl. Aussage von Reis]
PersonenschlagwortAuerswald, Heess, Freyholdt, Josef Hirsch, Boleslaw Sokolowski, Wilhelm Karl (Willi) Grill, Weinberg, Schneider [ist die Berufsbezeichnung des Häftlings Friedrich Müller], Weinberg
SchlagwortNahrungsmittel, Häftlingsverpflegung, Mord, Zusatzration
LevelEinzelstück