U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-8, Trial Transkript, S. 49405-49413
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-8, Trial Transkript, S. 49405-49413
SignaturDMP.000-50-5-8.49405
InhaltsbeschreibungSeite: 49405-49413, Der Angeklagte Auerswald tritt nicht selbst in den Zeugenstand, sondern zieht eine nicht beeidete Aussage durch seinen Verteidiger vor. Eine Erklärung von Auerswald wird verlesen. Auerswald ist 52 Jahre alt, verheiratet und ein Kind, Zivilberuf Wollmischer in einer Textilfabrik. Er ist Protestant. Er war zuerst bei der Wehrmacht und wurde zur SS eingezogen und habe versucht, dem Mauthausen-System zu entkommen, aber vergeblich. Er leugnet nicht, manchmal Häftlinge geschlagen zu haben, dies aber nur, um ihnen den Rücktransport nach Mauthausen zu ersparen, und sogar auf deren eigenen Wunsch. Heeß habe davon nichts gewusst. Heeß habe sich auch keine Nahrungsmittel selbst behalten, wie ihm vorgeworfen werde. In einer früheren Aussage bei Dr. Leiss habe er die monatlichen Todesopfer auf etwa 30 bis 35 geschätzt. Einmal gab es einen Häftlingstransport mit 100 Männern, geführt von Untersturmführer Herbert. Häftlinge, die länger als vier Wochen krank waren, wurden nach KLM zurückgeschickt. Es sei richtig, dass die Familie von Heeß im Lager gegessen hat, doch sie brachte ihr eigenes Essen mit. Mit dem Selbstmord von drei Häftlingen durch Erhängen habe er nichts zu tun. Im Sommer 1943 war Göcke der Lagerführer. Damals flohen zwei Häftlinge. Einer davon ein Pfarrer aus Italien oder Jugoslawien. Der Priester wurde von drei Schüssen eines Wachmanns getötet, der andere wurde zu Göcke gebracht und der sagte ihm, er wolle ihn nicht mehr sehen. Auerswald gab ihm eine Schnur und in der Nacht erhängte sich der Häftling, ein Jugoslawe. Der Russe, der sich im Herbst 1944 erhängt hatte, sei das Werk von Kurt OTTO gewesen. Auerswald war da nicht mehr in Steyr. Auch einen Polen haber er nicht erschossen. [Bezug zur Aussage von Kuhnke]. Dies sei vielmehr der SDG Musikant gewesen. Auerswald sagt weiters, er habe abwechselnd mit Janson Dienst versehen, nie aber gemeinsam mit ihm, auch hier irre sich Kuhnke. Kuhnke sei ein gewöhnlicher Krimineller und man dürfe ihm nicht glauben. Die Sache mit dem Schneider sei von Dudasch und Frisch richtig erzählt worden. Der versuchte zu flüchten und Janson folgte ihm auf dem Motorrad in Richtung Heidershofen, währenddessen zog sich Heeß erst an. Der Schneider trug eine Art Schwimmflügel, hatte die Flucht also geplant. Im Oktober 1944 ging Auerswald nach St. Aegyd, wo er Lagerführer war. Doch der kommandierende Offizier dort war hart, er war von der kraftfahrtechnischen Lehranstalt in Wien (KTL). Diese KTL wäre auch für die Versorgung mit Nahrungsmitteln zuständig gewesen, tat aber nichts.Viele der Häftlinge, die nach St. Aegyd kamen, waren schon zu schwach zur Arbeit. In Steyr hat Heeß die Situation eindeutig verbessert. Auerswalds direkter Vorgesetzter war Bachmayer in Mauthausen, nicht Heeß.
PersonenschlagwortWilli Auerswald, Heess, Herbert, Goecke, Kurt Otto, Musikant, Füsten, Janson, Bachmayer, Dudasch, Kuhnke, Salamonowski, Claussen, Frisch, Dr. Leis
SchlagwortLebensbedingungen, Privatleben, Suizid, Flucht, Kraftfahrtechnische Lehranstalt
LevelEinzelstück