U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-8, Trial Transkript, S. 49419-49434
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-8, Trial Transkript, S. 49419-49434
SignaturDMP.000-50-5-8.49419
InhaltsbeschreibungSeite: 49419-49434, Der Angeklagte Alwin Willi Schiller tritt in den Zeugenstand. Er ist aus Sachsen, Bauer und 27 Jahre alt. . Er kam im August 1943 nach Steyr und blieb bis September 1944. Er gibt an nie im Schutzhaftlager drinnen gewesen zu sein, sondern als Wachmann und Kommandoführer nur außerhalb des Lagers. Er habe Ohrfeigen mit flacher Hand verteilt, auf Wunsch der Häftlinge, die nicht gemeldet werden wollten. Er habe mit der normalen Nahrungsmittelverteilung nichts zu tun gehabt, nur die Extra-Rationen habe er angefordert und auch verteilt. Einmal habe ein Zivilist einen Häftling geschlagen, woraufhin Heeß dessen Rausschmiss veranlasst habe. Bei einem Bombenangriff sei er mit Häftlingen verschüttet gewesen, habe viele retten können. In St. Lambrecht sei er ebenfalls stationiert gewesen, dort habe es oft Fluchtversuche gegeben. Er selbst weist jede Schuld von sich. Nach dem Zählappell seien die Wachmänner von Hauptscharführer Scheller auf die Suche geschickt worden. Er habe den Zeugen Kramski nicht getreten, sodass dessen Knöchel schwer verletzt wurde. Schiller kam am 21. November 1939 zur SS und wurde zunächst ausgebildet bis Ende 1940, dann kam er nach Brien und wurde an schweren Maschinengewehre ausgebildet. Dann kam er nach Wien und bald nach Russland. Im April 1942 kam er dann nach Mauthausen. Im September 1944 kam er von Steyr wieder zu einer Feldeinheit. 1942 beobachtete er einmal wie ein Häftling im Wiener Graben geschlagen wurde, er selbst ohrfeigte Häftling ein Steyr und St. Lambrecht, meist wegen Diebstahl. Schiller wird mit einer früheren Aussage von ihm konfrontiert. Daraus geht hervor, dass Schiller von April 1942 bis August 1944 in KLM war, von Dezember 1942 bis Juni 1943 in St. Lambrecht, in Steyr von Juni 1943 bis Juli 1944. Er wurde verwundet und deshalb in den KZ-Wachdienst versetzt. Er spricht polnisch, weil er ursprünglich aus Posen kommt. Er bestätigt, dass alle Wachen aus St. Lambrecht nach den vielen Fluchtversuchen aus disziplinären Gründen versetzt wurden.
PersonenschlagwortAlwin Schiller, Heess, Scheller, Kramski, Kaczmierczak
SchlagwortKonflikt, Flucht, Versetzung
LevelEinzelstück