U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-9, Trial Transkript, S. 7313-7334
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-9, Trial Transkript, S. 7313-7334
SignaturDMP.000-50-5-9.7313
InhaltsbeschreibungSeite: 7313-7334, Josef Lukan ist 49 Jahre alt und im Zivilberuf Geschäftsmann und Drucker. Er war während des 1. Weltkrieges in der österreichischen Armee, danach in der jugoslawischen Reserve. Ab 1. April 1944 war er im Steinbruch in Ebensee. Für die Nahrungsausgabe im Steinbruch war Oberscharführer Zeigerer verantwortlich, er war Chef der Häftlingsküche. Lukan war dafür verantwortlich, dass alle Häftlinge ihren Anteil des Essen bekamen. Die Tagschicht von 7 bis 18 Uhr bekam warmes Essen. Dabei kam es öfters zu Unruhen, weil alle gleichzeitig ihr Essen wollten und dann habe er schlagen müssen, um Ordnung aufrecht zu erhalten. Er sagt negativ über die deutschen Kapos aus, denn die hätten sich nur selbst und ihre Freunde bereichert. Es habe viele Fälle von Sabotage gegeben, eine Baracke der Firma Holzmann und Pulensky sei niedergebrannt worden. Die Aussage von Zeuge Heile, dass er einen Russen so verprügelt habe, dass der starb, sei eine Lüge. Lukan kam am 1. März 1942 nach Mauthausen und hatte dort zwölf Tage Training zu absolvieren. Dann kam er nach Steyr und Ebensee. Lukan brachte dem Häftling Kupfer immer wieder Uhren von sich und anderen SS-Männern zur Reparatur dafürh bekam der verschiedene Dinge als Lohn und auch extra Essen. Geschlagen habe er ihn nur einmal weil er unachtsam war. Er wurde während des Arbeitseinsatzes von einem Zivilarbeiter namens Walter aus Berlin erwischt, wie er an den Uhren arbeitete, der meldete ihn bei Obersturmführer Lindner von der GESTAPO und der wiederum wollte das an Berlin und an den Lagerführer melden. Doch Lukan redete es ihm aus. Kupfer arbeitete zusammen mit seinem Sohn, der Radiomechaniker war. Als für die Lagerverwaltung neue Schreiber gesucht wurden, versuchte Lukan nach Befehl von Gans aus fast 2.000 Häftlingen brauchbare herauszufinden. Er nahm auch zwei Juden - einen Anwalt und einen Bibliothekar. Doch als bekannt wurde, dass sie Juden waren, mussten sie zurück zur harten Arbeit, denn alle Juden durften ausschließlich harte Arbeit verrichten (das war etwa im Juli/August 1944) und das kann von Ingenieur Neff aus Wien bestätigt werden. Kupfer reparierte auch die Uhren der rund 2.000 Zivilarbeiter und bekam dafür extra Essen. Lukan sagt, er bekam täglich bis zu 20 Beschwerden von Blockführern und Zivilarbeitern, dass die Häftlinge nicht hart genug arbeiten, doch die dafür verhängten Strafen führten die Kapos aus, nicht er. Verantwortlich war der Oberkapo, der dem Schutzhaftlagerführer unterstand. Die Kapos wurden außerdem von Lagerführer Gans gedeckt, wenn sie Häftlinge schlugen. Lukan spricht von vier Tunneln in Ebensee, in denen aber nur Zivilarbeiter beschäftigt waren. Außedem gab es eine Ölraffinerie. Was Schläge betrifft, so seine mehr als 25 nicht erlaubt gewesen. Außerdem führte der Schreiber mit dem Oberkapo ein Buch, wo alle Bestrafungen samt Begründung eingetragen wurden.
SchlagwortNahrungsmittel, Volkdsdeutsche, Zivilangestellte, Sabotage, Ausbildung
LevelEinzelstück