U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-10, Bestätigte Aussage Rudolf Roeder, S. 21499-21502
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-10, Bestätigte Aussage Rudolf Roeder, S. 21499-21502
SignaturDMP.000-50-5-10.21499
InhaltsbeschreibungSeite: 21499-21502, Bestätigte Aussage ("line up Procedere") des Rudolf Roeder im Rahmen einer Befragung; datiert auf den 5. Juni 1947. Zu Beginn ist angeführt: Er sei ab 25.2. 1941 bis zum Ende in Gusen I gewesen; seine Aufgaben seien anfangs Wachdienst gewesen, dann Rechnungsführer, Stabsscharführer. Er habe den Dienst für die Wachposten eingeteilt, die Personalpapiere geführt, Urlaubsscheine ausgestellt etc. Mit Häftlingen habe er keinen Dienst gemacht; weiters sei er offenbar in den 20. Kompanie (unter Vaessen) eingeteilt gewesen. Es ist angeführt, dass Roeder offenbar gehört habe, dass in Lungitz ein Häftling aus dem Zug gesprungen sei, von einem Hundeführer gefunden und vom Hund zerfleischt wurde ("zerfleischt" ist durch "gestellt" handschriftlich korrigiert). Dreimal sollen Leute seiner Kompanie zu Erschießungen ausgerückt; er selbst habe nicht teilgenommen. Die 21. Kompanie unter Mueller habe seines Wissens auch einmal an einer Exekution teilgenommen. Roeder berichtet, er habe von Vaessen den Befehl bekommen, 5 Freiwillige zu suchen. Nach Freiwilligen habe er öfters gesucht, auch für andere Arbeiten. Es sei ihm nicht bekannt, dass die Leute, die an einer Exekution teilnahmen, Urlaub bekommen hätten. Ziereis habe jedoch Zigaretten mitgebracht und Seidler habe sie den Männern gebeben. Munition bei Exekutionen, so Roeder, habe der Waffenwart, Unterscharführer Hartmann, ausgegeben. Er könne sich nicht an Namen von an Exekutionen teilnehmenden Männern erinnern, einzig Schakiewitsch habe sich einmal freiwillig gemeldet, erklärt Roeder. Roeder berichtet weiters von Flieger, die angeschossen wurden und dann mit Fallschrimen in der Nähe von Gusen heruntergekommen seien. Er habe an diesem Tag Dienst als Stabsscharführer gemacht - wenn Vaessen Wachblockführer war, erklärt Roeder, habe er die Kommandos nach der Stärke auf die Kompanien verteilt. (In diesem Zusammenhang erklärt Roeder seinen und Vaessens Zuständigkeitsbereich!). Er berichtet weiter, was mit den Fliegern passierte: Offenbar seien von der Postenkette aus Schüsse gefallen, er und Vaessen seien zu den Splittergraben gegangen (wo, wie Roder meint, noch die Häftlingsfrauen die in Gusen waren, gewesen seien). Roeder erwähnt in diesem Zusammenhang, er habe eine 0,8 getragen (Pistole) und Vaessen eine Führerpistole, vermutlich eine 7,35. Der Fieger sei angeschossen worden und dass dieser ins Lager gebracht wurde, wisse er von SDG Schuster; auch seien sein Schreiber Smuda und ein gewisser Spohr anwesend gewesen, als der Flieger herunterkam. Vom zweiten Flieger, der durch Fuessl gefangengenommen wurde, so Roeder, wisse er nichts. Er habe gehört, dass zwei Flieger, die bei der Wasserversorgung heruntergekommen seien, erschossen wurden. Ein gewisser Unterscharführer Kloecker aus seiner Kompanie sei wegen Erschießung der beiden vor ein SS-Gericht in Wien gestellt aber freigesprochen worden, erzählt Roeder. Schließlich meint er, es wäre später noch ein verwundeter Flieger gebracht worden, der dann ins Truppenrevier kam.
PersonenschlagwortRudolf Roeder, Heinz Martin Vaessen, Mueller, Franz Xaver Ziereis, Hartmann, Schakiewitsch, Schuster, Smuda, Spohr, Fuessl, Kloecker
SchlagwortDienstalltag, Wachkompanie, Bewaffnung, Luftangriff, Exekution, weibliche Häftlinge
LevelEinzelstück