U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-14, Trial Transkript, S. 25028-25041
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-14, Trial Transkript, S. 25028-25041
SignaturDMP.000-50-5-14.25028
InhaltsbeschreibungSeite: 25028-25041, Hans von Posern ist Zeuge der Anklage, er ist Deutscher, Anwalt und war ab 1941 in Mauthausen. Posern hatte das bearbeiten und führen von Prozessen als Aufgabe und er war auch im "war commitment office" tätig. Ricken war Kommandoführer beim Erkennungsdienst. Posern sagt, er habe Ricken oft beim Erkennungsdienst bei dessen Arbeit beobachten können. Ricken machte Fotos der Häftlinge und auch Fotos von den unnatürlichen Todesfällen. Dabei habe Ricken oftmals die Position der Leichen so verändert, dass es tatsächlich nach Flucht aussah, obwohl es keineswegs eine gewesen ist. Ein Häftling, der für Ricken arbeitete, musste zahllose gefälschte Zeichnungen von unnatürlichen Todesfällen anfertigen. Auch die Skizzen und Fotos der Selbstmorde im Bunker waren allesamt gestellt, sagt von Posern. Nach Kriegsende fanden sich in einem Hühnerstall zahlreiche Negative davon. Von Posern berichtet außerdem von Mißhandlungen gegen polnische Geistliche, durch Ricken. Ricken habe eine gespaltene Persönlichkeit gehabt. Einerseit habe er sich in Sachen sakraler Kunst sehr gut ausgekannt und wirkte sehr gebildet, doch gleichzeitig schlug er Geistliche nieder. Ob Ricken eine Exekution durchgeführt hat weiß von Posern nicht, jedoch sah er ihn 40 bis 50 Mal mit Stahlhelm auf den Exekutionsplatz gehen. Von Posern sagt auch über Miroff aus, dieser sei in Mauthausen Schutzhaftlagerführer gewesen. In seiner ersten Zeit habe Miroff die meiste Zeit im Bordell verbracht, betrunken und mit einer Reitgerte bewaffnet. Rückseitig der Küche wurden die Pakete der Häftlinge ausgegebnen, dort gab es eine Tafel wonach die besten Sachen an die kranken Häftlinge gehen sollten. Doch Miroff bediente sich immer wieder in der Box, in der die besten Sachen lagen. Von Posern gibt zu, eine privilegierte Position im Lager gehabt zu haben, denn wer schlägt schon seinen eigenen Anwalt tot, fragt er. Ricken erzählte ihm einmal, dass er im Zivilberuf Dr. der Philosophie sei. Ricken sei voll in der NS-Ideologie aufgegangen. Ricken hatte eine Art Adjutant, den Holländer Bernhard Slier, mit dem er oft über Ricken sprach. Dieser sagte ihm, Ricken sei verrückt.
Personenschlagwort Paul Heinrich Friedrich Wilhelm Ricken, Hans von Posern, Bernhard Slier
SchlagwortErkennungsdienst, Fotograf, Unnatürliche Todesfälle, Exekution
LevelEinzelstück