U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-14, Eidesstattliche Erklärung von Walter Dodt, 22.1.1947 [handschr.], S. 25382-25386
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-14, Eidesstattliche Erklärung von Walter Dodt, 22.1.1947 [handschr.], S. 25382-25386
SignaturDMP.000-50-5-14.25382
InhaltsbeschreibungSeite: 25382-25386, Der Häflting Walter Dodt schildert, wie er vom Bahnhof Mauthausen, begleitet von SS-Wachen, in das KZ Mauthausen geleitet wurde. Auf dem Weg vom Bahnhof zum Lager gab es rund 60 Tote, in KLM kamen die Häftlinge fünf Wochen lang in die Quarantäne. Dodt blieb im Wiener Graben bis 1.8.1944 tätig, dort wurde es unerträglich, weil ihm Spatzenegger täglich mit Strafkompanie und tot drohte. Am 17.8.1944 kam er nach Peggau, gemeinsam mit rund 500 Häftlingen, in Begleitung von ukrainischen SS-Polizisten und unter der Leitung von Revierleutnant Weber - mit der Bahn. Am Bahnhof in Peggau wurden sie von Miroff übernommen und in leere Baracken einquartiert. Am nächsten Morgen wurden sie von Miroff zur Arbeit eingeteilt. Weil es wenig Deutsche gab, wurde Dodt "Schwung" (?) von Miroff und konnte ihn so gut beobachten bei seiner Arbeit. Im September 1944 wollten zehn Russen flüchten, doch sie wurden erwischt und im Laufe des Tages verhört, Miroff band ihnen die Hände auf den Rücken und zog sie ca. einen Meter hoch. Dann wurden sie mißhandelt. Dodt erzählt, dass er sich besonders gut an eine Mißhandlung am 12. auf den 13. November 1944 erinnern kann, damals versuchten drei Häftlinge zu fliehen. An diesem Tag feierte der Sohn des Küchenchefs Oberscharführer Ibkendanz [sic] - ein Deutscher, gebürtig aus Braunschweig - mit der Stieftochter des Bürgermeisters von Peggau, der auch die Ochsenziemer ins Lager lieferte, Verlobung. Miroff war dabei auch anwesend. Miroff war von dem Fest ziemlich alkoholisiert und es war ihm sichtlich ein Genuss, die geflohenen Häftlinge zu mißhandeln. Im Zuge der Evakuierung begingen der Revier-Leutnant Weber und der WAchtmeister Lammer aus Graz viele Erschießungen. Sowohl Miroff als auch Weber gaben Befehle. Dodt schildert weit den Evakuierungsmarsch.
Personenschlagwort Friedrich (Fritz) Miroff, Noky, Ipkendanz [sic], Walter Dodt, Weber, Lammer
Schlagwortukrainische SS-Wachen, Wachkompanie, Außenwelt, Flucht, Feierlichkeiten, Exekution
LevelEinzelstück