U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-17, Befragungsprotokoll Waldemar Barner (deutsch und englisch), S. 7814-7827
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-17, Befragungsprotokoll Waldemar Barner (deutsch und englisch), S. 7814-7827
SignaturDMP.000-50-5-17.7814
InhaltsbeschreibungSeite: 7814-7827, Barner stammt aus Berlin und kam aufgrund einer Vorstrafe wegen § 175 im Jahr 1939 nach Sachsenhausen. Im Juli 1943 wurde er für die Einheit Dirlewanger ausgewählt, so wie auch einige andere deutsche Staatsbürger. Dann kam er an die russische Front und blieb bis September 1943, dann wurde er festgenommen und nach Mauthausen gebracht. Er wurde zum Tode verurteilt weil er angeblich gemeinsam mit 34 anderen Fahnenflucht begehen wollte. Sein Todesurteil wurde nicht vollstreckt weil nach einer Besprechung zwischen Gauleiter Eigruber und Lagerkommandant Ziereis Eigruber der Vollstreckung der Todesurteile nicht zustimmte. Das erfuhr Barner von Arbeitsdienstführer Trum. Zum Kapo wurde er von Rapportführer Bühner gemacht. Ein Pole und der ital. Häftlinge Aldo Chiarello wurden von Bühner an den Armen aufgehängt, weil sie eine Pistole stehlen wollten. In Hinterbrühl erschoss Bühner einen deut. Häftling namens Brandtner weil dieser sich geweigert hatte, andere Häftlinge, die zuviel wussten mit Spritzen zu töten. Das erfuhr Barner von Blockführer Söns. In Mödling-Hinterbrühl hörte er eine Besprechung in der Lagerschreibstube zwischen Rapportführer und den Blockführern Helfmaier, Hilgers, Lechner, Söns, Conrad und Grulke. Dabei wurde besprochen, dass die Russen schon in Wr. Neudorf seien und das Lager geräumt werden müssen. Davor müssten alle marschunfähigen und kranken Häftlinge exekutiert werden. Drei Tötungen hat er selbst gesehen, durchgeführt von Lechner (drei Erschießungen), Ginters (zwei Erschießungen) und Ruber (eine Erschießung). Diese Exekutionen fanden während des Marsches statt. In Mauthausen nach dem Marsch wurden die Häftlinge selektiert. Die Schwachen blieben in Mauthausen, die stärkeren Häftlinge kamen nach Gusen. In Mauthausen sind sie am 7. April 1945 angekommen. Etwa am 25. April wurden fünf amerik. Fallschirmspringer ins Lager gebracht nach einem Luftangriff auf Linz. Bei deren Befragung waren Schutzhaftlagerführer Bachmayer, Schulz von der polit. Abteilung sowie Streitwieser und Strauss anwesend. Von Unterscharführer Müller, der im ersten Prozess abgeurteilt wurde, wurden die Amerikaner geschlagen, Strauss hat sie angespuckt. Barner gibt zu, dass er einen polnischen Häftling geschlagen hat.
PersonenschlagwortEigruber, Franz Xaver Ziereis, Bühner, Andreas Trum, Helfmaier, Hilgers, Lechner, Söns, Conrad, Grulke, Bachmayer, Schulz, Anton (Toni) Streitwieser, Strauss, Müller, Waldemar Barner, Aldo Chiarello, Brandtner
SchlagwortEvakuierungsmärsche, Dirlewanger-Kommando, Exekution, Injektion, Selektion
LevelEinzelstück