U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-17, Protokoll einer Aussage von Dr. Pla, S. 7900-7906
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-17, Protokoll einer Aussage von Dr. Pla, S. 7900-7906
SignaturDMP.000-50-5-17.7900
InhaltsbeschreibungSeite: 7900-7906, Pla ist schwer Herzkrank und kann nicht vor Gericht erscheinen. Er ist Spanier und kam 1941 zunächst nach Mauthausen. Danach weiter nach Vöcklabruck, zurück nach Mauthausen und schließlich nach Linz III im Februar 1945. Seine Häftlingsnummer war 6109. Er hat in Dachau Czuniak, Strauss, Schöpperle, Peter Bärens, Hub, Klein und Otto Kleingünther auf Fotos identifiziert. Czuniak kennt er aus Mauthausen, damals war Pla Sanitäter im Häftlingsrevier. Czuniak schlug Häftlinge ohne Gnade und 1945 verabreichte er auch Injektionen, rund 100 Häftlinge ins Herz mit je 20 Kubikzentimeter Benzol. Auch Kleingünther kennt er aus Mauthausen, er war Unteroffizier und Sanitäter, seine ganze Arbeit bestand im Verabreichen von Injektionen. Von ihm hatten Pla und sein Landsmann Pedro Bravo explizite Anweisung, kranke Häftlinge ins Häftlingsrevier zu bringen, die dann per Injektionen getötet wurden, insgesamt rund 1000. Im Sommer 1944 wurde auch ein englisch sprechender Häftling per Injektion getötet, ob er Brite oder Amerikaner war weiß Pla nicht. Als das Benzol knapp wurde versuchte Kleingünther Injektionen mit Wasser und Äther, später verabreichte er auch Kapseln, die jedoch nur einen epileptischen Schock auslösten und nicht zum Tod führten. Auch Xaver Strauss kennt Pla aus Mauthausen. Dieser habe oftmals Häftlinge verprügelt und Selektionen für Injektionen und Vergasungen vorgenommen. Ende 1944 wurde unter dem Kommando von Straus das Häftlingsrevier zerstört. Schöpperle kennt Pla aus Linz III, wo er ebenfalls für den Tod vieler Häftlinge verantwortlich war. Er ließ Häftlinge bei Badeaktionen und durch Injektionen töten. Bernhard Klein war Kommandoführer in der Wäscherei und mißhandelte mehrmals Häftlinge aller Nationalitäten. Auch Hub kennt er aus Mauthausen. Einmal kam eine Gruppe von Juden aus Auschwitz nach Mauthausen und ein Mann versuchte, etwas in seinem Mund zu verstecken. Hub bemerkte das und schlug den Häftling bis der starb. Peter Bärens war Blockältester im Quarantäneblock und schlug die neu angekommenen Häftlinge, einige starben.
PersonenschlagwortCzuniak, Xaver Franz Strauß, Karl Schöpperle, Emil Hub, Bernhard Klein, Otto Kleingünther, Dr. Jose Pla, Peter Bärens, Pedro Bravo
SchlagwortHäftlingsrevier, Injektion, Todbadeaktion, Quarantäneblock
LevelEinzelstück