U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-20, Trial Transkript, S. 8304-8310
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-20, Trial Transkript, S. 8304-8310
SignaturDMP.000-50-5-20.8304
InhaltsbeschreibungSeite: 8304-8310, Kanduth war zunächst im KL Dachau und in der Zeit zwischen 21. März 1939 und 5. Mai 1945 im KLM inhaftiert. Er identifiziert Oberscharführer Seidl als Blockführer und später Leiter des Bunkers; Scharführer Korsitzki und meint in einem der Angeklagten Leffers zu erkennen, der beim Elektriker-Kommando war. Kanduth berichtet, dass er Korsitzki als einen der brutalsten Schläger im Lager kennenlernte und auch persönlich unzählige Male von ihm geschlagen worden sei. Im Herbst 1942 habe er als Hilfsarbeiter beim Krematorium gearbeitet und sei dort Zeuge gewesen, dass Korsitzki bei der Erschießung von 80 tschechischen Häftlingen beteiligt gewesen sei. Die Häftlinge hätten jeweils zu zweit in eine Richtung gehen müssen und seien dann auf Kommando des SS-Hauptsturmführer Bachmeyer (sic!) von sechs Männern des Exekutions-Kommandos erschossen worden. Zuvor habe der Schutzhaftlagerführer ihm und dem Kapo mitgeteilt, dass sie sofort zum Exekutionsplatz zu gehen hätten, worauf der über sie Aufsicht habende SS-Angehörige, SS-Sturmscharführer Roth, sie gehen ließ. Kanduth und weitere Häftlinge hätten die Leichen nach der Exekution ins Krematorium schaffen müssen. Im Jänner oder Februar 1943 habe er Korsitzki abermals beim Exekutions-Kommando gesehen. Kanduth berichtet in diesem Zusammenhang weiters, dass an dem Tag, an dem die 80 Häftlinge erschossen wurden, außerdem 135 Frauen vergast wurden. Er habe diese Liste gesehen, und sie zu Professor Bodlacher gebracht, der - so Kanduth - bei Häftling in der Apotheke ("at the dispensary") gewesen sei. Dieser habe ihm bestätigt, dass die Frauen tschechischer Nationalität gewesen seien. Kanduth gibt in Bezug auf die Listen auch zur Auskunft, dass diese bei der Lagerschreibstube ("orderly-room") täglich abgeholt werden mussten, auf welcher die Namen aufgelistet und jeweils "verstorben" oder "erschossen" vermerkt war. Es sei dort "versorben" vermekrt gewesen und dies sei dann von einem Schreiber in einem Buch im Krematorim eintragen worden. Kanduth berichtet schließlich, dass Korsitzki tschechische Häftlinge besonder schwer schlug und sie trat, da er Sudetendeutscher war.
AnmerkungenBachmayer als "Bachmeyer" geschrieben
PersonenschlagwortMax Seidl, Theodor Korsitzki, Leffers, Georg Bachmayer, Roth, Johann Kanduth, Bodlacher
SchlagwortExekution, Misshandlung, Vergasung, Lagerschreibstube
LevelEinzelstück