U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-20, Trial Transkript, S. 8319-8328
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-20, Trial Transkript, S. 8319-8328
SignaturDMP.000-50-5-20.8319
InhaltsbeschreibungSeite: 8319-8328, Karl Geiger war zunächst im KZ Dachau von September 1939 bis Mai 1943 im KLM (wo er im Elektriker-Kommando -"electricial detail" - arbeitete) und danach in Gusen inhaftiert. Von den Angeklagten identifiziert Geiger Buerger - Haarschneider von Block 17, Korsitzky (sic!) - Kommandoführer des "blacksmith shop", Seidl vom Lagergefängnis und Zeitraeg. Buerger, so Geiger, sei in Block 17, dem Isolationsblock, offizieller Haarschneider gewesen und hat in dieser Funktion auch Besorgungen für den Stubenältesten erledigt. Buerger habe die Häftlinge regelmäßig am morgen aus dem Block gejagt und sie ziemlich schwer mit einem Holzstock geschlagen. Die Todesraten seien in Block 17 abnormal hoch gewesen und es wären durchschnittlich 5-7 Häftlinge pro Tag zu tode geschlagen worden. Geiger berichtet davon, dass er viele Male gesehen hatte, das Buerger Häftlinge geschlagen habe; eines morgens im Jahre 1942 sei er auch Zeuge geworden, dass Buerger vor dem Block einen Häftling durch Schläge umbrachte. Korsitzki, so Geiger, habe er gekannt, seit er in Mauthausen angekommen sei. Korsitzki war zum Zeitpunkt der berichteten Vorfälle im Gerätelager ("tool warehouse") tätig und sei dort für die Ausgabe der Geräte zuständig gewesen. Eines Tages sei er dort Zeuge gewesen, wie Korsitzki einen jüdischen Häftling hinter dem Gerätelager in einen Wassergraben trat und so umbrachte. Ein anderes Mal habe er mit beobachtet, wie Korsitzki am späten Abend in Block 5, in welchem zu dieser Zeit jüdische Häftlinge "isoliert" waren, diese Häftlinge schlug und aus dem Fenster war. Danach habe er sie gezwungen, in den elektrischen Zaun zu laufen - teilweise habe er auch selbst nachgeholfen. Korsitzki, so führt Geiger an, habe das nicht nur ein Mal gemacht. Vielmehr sei es geradezu unmöglich, alle Fälle zu überblicken. Es sei kein Tag vergangen, an dem nicht etwas über Korsitzkis Schläge berichtet wurde. Korsitzki habe außerdem an Erschießungen teilgenommen - Geiger gibt an, das mehrmals persönlich gesehen zu haben. Hier habe er manchmal gehört, dass eine Exekutins-Anordnung verlesen wurde. Diese Anordnungen, so vermutet er, seien verlsen wurden, um die SS-Aneghörigen etwas zu beruhigen. Immerhin hätten diese gewusst, dass die zu exekutierenden Häftlinge keine Verbrechen begangen hätten. Dies habe Geiger öfters in Gesprächen zwischen ss-Männern mitbekommen.
AnmerkungenSignatur 8317 entspricht S. 123, Signatur 8319 entspricht S. 124 und Sign. 8318 entspricht S. 125!
PersonenschlagwortKorsitzki, Seidl, Zeitraeg, Karl Geiger, Buerger
SchlagwortMisshandlung, Mord, Arbeitsmoral, Häftlingsaussage
LevelEinzelstück