U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-24, Trial Transkript, S. 11313-11328
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-24, Trial Transkript, S. 11313-11328
SignaturDMP.000-50-5-24.11313
InhaltsbeschreibungSeite: 11313-11328, Karl Schachtner sagt als Zeuge der Verteidigung aus: Er sei ab 1942 in Mauthausen inhaftiert gewesen (davor in Wien von der Gestapo inhaftiert) und Anfang Jänner 1943 nach Linz I überstellt worden, wo er als Lagerschreiber eingesetzt wurde. Eduard Ohnmacht, so Schachtner, habe er gekannt, da dieser jeden Tag die Berichte im Stahlbau unterschreiben musste - dazu sei Schachtner zu ihm gegangen, manchmal sei Ohnmacht dazu auch ins Lager gekommen. Schachtner erklärt, im Stahlbau-Kommando hätten die Häftlinge sehr gute Bedingungen gehabt (u.a. weil Ohnmacht ihnen extra Essensrationen organisiert habe), auch von Misshandlungen habe er nichts gehört. Weiters berichtet Schachtner von der Strafe, die Häftlinge nach einer Meldung erhalten hätten, der Häftlings-Listen f. Ohnmachts Kommando (die er offenbar auf Wunsch selbst ändern konnte), vom Modus über die Einweisung von Häftlingen in das Häftlingsrevier, vom täglichen Appell. Im Rahmen des Kreuzverhörs gibt Schachtner an, er lebe in Linz mit der Frau Ohnmachts sowie deren Kind zusammen. Weiters berichtet er, im April 1945 sei von allen deutschen Häftlingen verlangt worden, an der Schulung der SS teilzunehmen. An dem Tag, an welchem er den Eid hätte ablegen sollen (er erwähnt den 2. Mai), so Schachtner, habe er sich für drei Tage im Lager versteckt. Schachtner erklärt weiters, es sei durchaus vorgekommen, dass Wachen ins Lager kamen, um etwas zu erledigen; zivile Personen hätten eine Erlaubnis vom "Jurhaus", vom Lagerkommandanten, benötigt. Nochmals zu den zeitlichen Angaben befragt erklärt Schachtner: Im März 1944 sei er von Mauthausen nach Linz I überstellt worden, nach den Bombardements dort seien die überlebenden Häftlinge von dort am 24. Juni 1944 nach Linz III gekommen. In Linz III sei er - Schachtner - dann bis zur Befreiung verblieben. Er meint weiters, er sei gemeinsam mit den anderen 49 Mitgliedern der Lagerpolizei ab 2. Mai nicht mehr auf der Liste der Häftlinger verzeichnet gewesen, sondern auf jener der SS-Wachen. ("listet as a SKP, that is why I hid in the camp"). Im April 1945 habe Schöpperle alle Deutschen zusammengesammelt und Sturm habe ihn zur Lagerpolizei eingeteilt. Dies sei auch in Mauthausen so erfolgt, gibt Schachtner an. Aus diesem Grund habe er sich versteckt - so auch ein gewisser Victor Monys.
Personenschlagwort Karl Schöpperle, Sturm, Karl Schachtner, Victor Monys, Eduard Ohnmacht
SchlagwortLagerschreiber, Häftlingsrevier, Lagerpolizei, Lagerschreibstube, Kriegsende
LevelEinzelstück