U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-28, Trial Transkript, S. 35439-35459
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-28, Trial Transkript, S. 35439-35459
SignaturDMP.000-50-5-28.35439
InhaltsbeschreibungSeite: 35439-35459, Der Zeuge der Verteidigung Xaver Strauss gibt an, dass er von 10.5.1940 bis 1.8.1942 und von Ende Februar 1943 bis 15.4.1945 in Mauthausen war. Er ist SS-Hauptsturmführer und war Verwaltungsführer in Mauthausen. Strauss sagt, er kannte die Bedingungen in Gusen I und II und war mit Ziereis fast wöchentlich dort. In Gusen I waren 1944 mit SEidler und Beck zwei SS-Führer, später kam Bauch [sic] noch dazu. Gusen II wurde ursprünglich als Versorgungslager geplant für die Waffen-SS, als Kleidungslager. Doch anfang 1944 begannen die Bauarbeiten der Messerschmitt-Werke in St. Georgen und es wurden für die Arbeiter Baracken benötigt. Gusen I war schon voll also brauchte es neue Baracken. Es gab einen Streit zwischen Oberstgruppenführer Loener [sic!, vermutlich Lörner], der das Lager weiter als Versorgungslager benutzt sehen wollte und Oberstgruppenführer Kammler, den das Produktionsprojekt interessierte. Gusen II bis zuletzt nie ganz fertiggestellt gewesen, Seidler sei für Gusen II zuständig gewesen. Strauss selbst war dabei als Ziereis zu Seidler sagte, dass dieser für Gusen I und II zuständig sei. Schulz sei im Zusammenhang mit der Errichtung von Gusen II dorthin gekommen und dabei unterstützend tätig zu werden. Er wurde von Ziereis auch zum Stellvertreter von Seidler in Gusen II gemacht. Er war für Sauberkeit, Arbeitseinteilung, usw. zuständig. Strauss sagt, dass er seine Befehle und Anordnungen an Gusen I und II meist telefonisch übermittelt habe. Was die Administration betraf und auch die Aktenmaterialien, war Gusen II ein Teil von Gusen I. So kam etwa eine Anfrage um Nahrungsmittel von Gusen II nicht direkt zu STrauss, sondern ging zunächst noch über den Tisch von SEidler. Schulz habe eine mglw. einmalige Funktion im KZ-System ausgefüllt, meint STrauss. Strauss erklärt, dass sich Seidler, Beck und Pausch sich als Lagerführer in Gusen abwechselten, da Seidler verheiratet war und hie und da auch daheim schlafen wollte. Pausch wurde dann im Jänner oder Februar 1945 offiziell Lagerführer von Gusen II. Um einen Häftling bestrafen zu dürfen, war eine Erlaubnis aus Berlin erforderlich, die durch den KOmmandanten zu erfolgen hatte, erklärt Strauss. Er gibt aber zu, dass Lagerkommandanten und Schutzhaftlagerführer solche Strafen auch ohne Erlaubnis bzw. Anfrage durchführten - das war aber verboten. Eine Möglichkeit Sport zu betreiben, etwa Fußball zuspielen, gab es in Gusen II nciht, dazu war der Platz zu klein. Schulz habe mehrfach versucht, telefonisch bei Strauss mehr Kleidung für die Häftlinge herauszuschlagen. Seidler war brutal, sagt Strauss. Auch als Pausch Gusen II schon übernahm blieb Schulz noch, weil das Lager noch immer nicht ganz fertig war. Pausch hatte aber größere Befugnisse, als sie Schulz zuvor gehabt hatte.
Personenschlagwort Xaver Franz Strauß, Lörner, Kammler, Franz Xaver Ziereis, Seidler, Pausch, Johann (Jean; Jann) Beck, Bendl, Schulz
SchlagwortVerwaltung, Dienstunterstellung, Lageraufbau, Konflikt, Dienstalltag, Inspektion
LevelEinzelstück