U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-31, Protokoll einer Befragung des Zeugen Kazimierz Miloszewski, S. 15037-15043
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-31, Protokoll einer Befragung des Zeugen Kazimierz Miloszewski, S. 15037-15043
SignaturDMP.000-50-5-31.15037
InhaltsbeschreibungSeite: 15037-15043, Bevor die Befragung beginnt, werden noch die Qualifikationen des Übersetzers abgefragt. Miloszewski sagt aus, dass im März 1943 insgesamt 26 Häftlinge mit Tuberkulose in Block 31 kamen. Dr. Vetter habe diese in drei Gruppen aufgeteilt und gab ihnen unterschiedliche Mengen eines Tuberkulose-Medikaments der Firma Bayer. Fünf Tage später kam Schmitz und sagte, dass alle Patienten Spritzen bekommen sollen und deshalb in Block 27 kommen müssen. Miloszewski war klar, dass das Todesspritzen sein würden. Als er dann in Block 27 kam sah er noch die Wasserstoffflaschen und viele Nadeln, außerdem Exkremente überall, sodass kurz zuvor Injektionen verabreicht worden sein mussten. Einer der Helfer war der bereits tote Walter Brinks. Weitere Zeugen, die das bestätigen könnten, sind Felix Kaminski, der in der Sezierabteilung arbeitete sowie Eugeniusz Pista, ein Medizinstudent, der im Revier in Gusen arbeitete. Gemacht wurden die Injektionen von Schmitz, noch am selben Tag musste die Krankengeschichte der Opfer geschrieben werden, mit falschen Todesursachen. Das machte Miloszewski und auch Franziszek Damanus, der Schreiber von Block 31. In der Schreibstube gab es eine Liste mit fiktiven Todesursachen, aus denen sie wählen konnten. Im Jahr 1943 hat Miloszewski auch selbst gesehen, wie Injektionen verabreicht wurden. Die Häftlinge wurden davor von Vetter oder Schmitz selektiert und die Häftlinge der dritten Gruppe bekamen Injektionen, zwischen Ende März 1943 und Mai 1943 waren es rund 30 bis 40 jeden Tag. Auch Käferböck führte Injektionen durch und bekam schließlich selbst eine von Schmitz. Der Block 31 bestand zunächst aus zwei großen Räumen, später wurde er geteilt, ein Raum wurde "Bahnhof" genannt, weil er die letzte Station zum Himmel war. Schmitz wartete hinter einem Vorhang, der Häftling Hans König brachte den Häftling hin, versetzte ihm einen Schlag sodass der hinfiel und Schmitz verabreichte ihm die Injektion. Bis Mitte 1944 ging das so, dann hat Dr. Krebsbach Schmitz in ein anderes Lager versetzt und es kam Dr. Giovannazi, dem es widerstrebte, dass Käferböck weiterhin auf Befehl von Vetter Injektionen verabreichte. Später kamen Transporte mit jüdischen Häftlingen, die ebenfalls vielfach selektiert wurden, doch Block 31 war bald überfüllt. Und so suchten Vetter und Giovannazi Häftlinge aus, die auf sogenannte "Transporte" gingen. Das waren große geschlossene LKWs, die angeblich in eine Versuchsstation nach Ybbs fuhren. Doch etwas später erfuhr Miloszewski, dass diese Häftlinge alle tot waren. Das kann auch Ignazy Luczak bestätigen. Im Dezember 1944 kehrte Schmitz zurück und selektierte Häftlinge, die Fleckfieber hatten und auch die bekamen Injektionen, etwa 15 bis 20 Mann. Außerdem weiß er von Luczak und Goscinski, dass Ende April 1945 rund 300 Häftlinge vergast wurden.
Personenschlagwort Helmuth Vetter, Schmitz, Eduard Krebsbach, Giovannazi, Kazimierz Miloszewski, Felix Kaminski, Eugeniusz Pista, Franziszek Damanus, Käferböck, Ignazy Luczak, Goscinski, Walter Brinks
SchlagwortSelektion, Injektion, Versetzung, Gaswagen, Medikamente
LevelEinzelstück