U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-31, Aussage von Lucien Vanherle, S. 15610-15617
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-31, Aussage von Lucien Vanherle, S. 15610-15617
SignaturDMP.000-50-5-31.15610
InhaltsbeschreibungSeite: 15610-15617, Vanherle war von Juni 1942 bis Mai 1945 im KZ, er wurde in Anvers von der GESTAPO inhaftiert, also Widerständler. Er wurde 17 Mal verhört und anschließend als "Nacht und Nebel Häftling" nach Mauthausen gebracht, gemeinsam mit 237 anderen Männern, 230 von ihnen starben in Mauthausen. Er kam nach Gusen und blieb dort bis April 1945. Er arbeitete im Steinbruch, danach in der politischen Abteilung, Erkennungsdienst. Dies war eine Unterabteilung der politischen Abteilung von Mauthausen, wo Ziereis oder Schulz alle Dokumente unterzeichneten. Venherle war Übersetzer, ebenso waren Stefan Jozewicz, Marcel Wyrwinski (bei der Erstellung der Todesmeldungen beschäftigt), Oswald Burdak (Schreiber), Kasmir Odrobniy (Übersetzer). Pillixeder war ein Vertreter des Sicherheitsdienstes (SD) und arbeitete im selben Büro als Sicherheitsdienstkriminalbeamter für die GESTAPO, sagt Vanherle. Bei der SS sei Pillixeder nie gewesen, habe versucht, versetzt zu werden und war ein Gegner der Nazis. 1944 wurde er durch Mayerhofer ersetzt, einen sadistischen Österreicher, der sich erst kurz vor Kriegsende besserte. Pillixeder führte Befragungen durch, die von verschiedenen GESTAPO-Dienststellen angeordnet wurden, aber auch Untersuchungen in Fällen von Selbstmord. Pillixeder habe sich den Häftlingen gegenüber stets gut benommen und sogar für Jozewicz Bücher und andere Anti-Nazi-Untensilien versteckt. Ende 1944 oder Anfang 1945 schaffte es Pillixeder mit Hilife anderer Österreicher beim SD, eine Gruppe von 700 slowenischen politischen Häftlingen aus Gusen herauszubekommen. Mit den Todesmeldungen hatte Pillixeder nichts zu tun, dafür war Habenicht zuständig unter dem auch Klein und Klinner als SS-Männer arbeiteten, beide waren SS-Unterscharführer. Die Todesmeldungen wurden von Dr. Vetter unterzeichnet. Wenn ein Häftling befragt werden musste, so beauftragte Habenicht den 1. Lagerschreiber Jahnke damit, der nach der Befreiung von polit. Häftlingen getötet wurde, Jannek Maczynski brachte die Häftlinge dann am nächsten Tag in die polit. Abteilung, nach der Befragung brachte er sie zurück ins Lager.
PersonenschlagwortHabenicht, Klein, Klinnert (sic), Franz Xaver Ziereis, Schulz, Helmuth Vetter, Lucien Vanherle, Stefan Jozewicz, Marcel Wyrwinski, Oswald Burdak, Kazimierz Odrobny, Jahnke, Jannek Maczynski, Franz Pillixeder, Mayerhofer
SchlagwortPolitische Abteilung, Todesmeldung, Gestapo, SD, Häftlingsvernehmung
LevelEinzelstück