U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-32, Trial Transkript, S. 39954-39973
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-32, Trial Transkript, S. 39954-39973
SignaturDMP.000-50-5-32.39954
InhaltsbeschreibungSeite: 39954-39973, Karl Horcicka betritt als Angeklagter den Zeugenstand. Er ist 31 Jahre alt, Tischer, Österreicher und war Häftling in Dachau, KLM und Gusen I. In Haft kam er, weil er 1938 die Arbeit verweigerte. Horcicka arbeitete 1938 in Schönbrunn bei der SS-Kaserne, doch nach drei Wochen bekam er kein Geld und ging - dann kam er ins KZ. In Gusen I war er von Jänner 1942 bis April 1945. Im Jahr 1942 war er in den Blöcken 4, 2 und 22 untergebracht. Horcicka war Vorarbeiter beim Baukommando. Er sagt, er war 1942 kein Blockältester in Block 18, er kennt aber den Blockältesten Eddi Laesner. 1943 war Horcicka dann Friseur und auch bei Außenkommandos. Ende 1943 bis März 1944 war er dann aber Stubenältester in Block 18. Nach März 1944 ging er zur Arbeit nach Lungitz und arbeitete beim Aufbau der Brotfabrik mit. Ende 1944 kam er zurück in Block 18 - ohne offizielle Funktion. Später war er noch beim Bombenräumkommando in Linz-Amstetten. Horcicka gibt offen zu, dass er als Stubenältester Strafen ausgeteilt hat - je nach Schwere des Vergehens des Häftlings. Nach Kriegsende wurde er im April 1946 von 50 Polen auf der Autobahn gefangen genommen, die ihn in St. Gilgen in den See werfen wollten, es dann aber unterließen, weil zuviele Leute dort waren. Dann kam er nach Salzburg zum CIC und später 10 Wochen ins Krankenhaus. Während dieser Zeit unterschrieb er auch eine Aussage - da war er unter Einfluss von Opium, sagt er jetzt. Der Verteidiger erhebt deshalb Einspruch gegen das Beweismittel, dass zuvor vom Ankläger eingebracht worden war. Horcicka sagt weiter, dass er wöchentlich Häftlinge schlug. Doch es sei keiner daran gestorben. Für die Häftlinge sei es besser gewesen, ihre Strafe von ihm zu bekommen, als vom Rapportführer. Horcicka bestreitet alle gegen ihn getätigten Aussagen im Prozess. Horcicka behauptet, das Statement vom 24.4.1946, indem er zugibt, Häftlinge getötet zu haben, sei unter Androhung von Gewalt erfolgt. Horcicka war fünf Jahre in der Volksschule und zwei Jahre in der Hauptschule.
PersonenschlagwortKarl Horcicka
SchlagwortArbeitseinsatz, Bombenkommando, Prügelstrafe
LevelEinzelstück