U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-32, Niederschrift mit Karl Schroegler, 17.3.1947 [deu. U. eng.], S. 40122-40130
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-32, Niederschrift mit Karl Schroegler, 17.3.1947 [deu. U. eng.], S. 40122-40130
SignaturDMP.000-50-5-32.40122
InhaltsbeschreibungSeite: 40122-40130, Schroegler wurde im März 1947 in Fuerth vernommen. Er wurde 1905 in Nürnberg geboren, ist geschieden und evangelisch. Er hat fünf Kinder, ist Fahrer und Deutscher Staatsbürger. Er gibt an, von 1943 bis 1945 in der Wehrmacht gewesen zu sein. Es folgt ein detaillierter Lebenslauf. Er kam 1939 nach Dachau ins KZ, wo er 1939 schon Kapo war. Danach kam er nach KLM, wo er zunächst als Steinarbeiter im Steinbruch arbeitete. Etwa zu Weihnachten 1940 wurde er Stubenältester und im Jänner 1941 kam er nach Gusen. Einen Monat später wurde er Blockältester von Block 21, ab Weihnachten 1941 übernahm er dann Block 32, wo nicht arbeitsfähige Häftlinge untergebracht waren. Als seine unmittelbaren Vorgesetzten nennt er Ziereis, Chmielewski, Seidler, Killermann, Kluge und Gross. Viele der Häftlinge in seinem Block wurden auf Befehle der angegebenen SS-Männer ermordet. Sie wurden meist totgebadet. Dabei wurden die Häftlinge etwa anderthalb Stunden alt abgeduscht, wer dann noch nicht tot oder bewusstlos war, musste in den Block zurück. Die Leichen wurden am nächsten Morgen unter SChroeglers Aufsicht in Haufen zu zehn Leichen ins Krematorium gebracht. Täglich wurden rund 40 bis 50 Mann ermordet. Andere Häftlinge wurden in Block 16 vergast - das geschah aber nur einmal. WEiters wurden Häftlinge erschossen und auch der GAswagen aus Mauthausen war einige Male im Einsatz, sagt Schroegler. Als weitere Tötungsvarianten zählt er das Jagen in den Zaun und Injektionen auf. Schroegler gesteht regelmäßige Mißhandlungen, ermordet habe er aber niemanden. Am 28.9.1943 wurde Schroegler aus Gusen entlassen und kam zur Wehrmacht. Er wurde in Italien von den Briten in Gefangenschaft gebracht, kam dann nach Dachau, von wo er entlassen wurde und bis zu seiner neuerlichen Verhaftung lebte er in Nürnberg, wo er bald die Witwe Katharina Haertel heiraten möchte. Als Zeugen für seine Unschuld führt er Karl Rohrbacher, Ludwig Neumaier, Fritz Fruehwald und Adolf Stumpf an. Im Jahr 1946 hat er in britischer Gefangenschaft in Kairo schon einmal zu Gusen ausgesagt.
Personenschlagwort Franz Xaver Ziereis, Carl Walter Chmielewski, Seidler, Michael Killermann, Kluge, Gross, Karl Schroegler, Karl Rohrbacher, Ludwig Neumaier, Fritz Fruehwald, Adolf Stumpf
SchlagwortTotbadeaktion, Versetzung, Wehrmacht, Dienstbefehl, Gaswagen
LevelEinzelstück