U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-42, Trial Transkript, S. 41680-41716
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-42, Trial Transkript, S. 41680-41716
SignaturDMP.000-50-5-42.41680
InhaltsbeschreibungSeite: 41680-41716, Der Zeue der Anklage Antoni Marciniak ist 30 Jahre alt und fungiert für die USA als Wache in Dachau, er ist Pole und war im KZ. Er war von 15. Juni 1940 bis März 1944 in Gusen I, dann kam er nach Gusen II. Pirner war Funktionshäftling in Block 13, Madlmayr war dort Schreiber. Folger traf Marciniak erst später - 1943 oder 1944 - er war Kapo bei dem Kommando, das mit einem Wagen Abfall aus dem Lager beförderte und Kartoffeln anlieferte. Marciniak war in Block 9 als polit. Häftling. Marciniak erzählt, dass er einen Cousin namens Maciejwski in Block 13 hatte, dieser war Lehrer. Im Herbst 1941 musste der Block 13 exerzieren unter der Anleitung von Pirner, dabei traf Marciniak einen polnischen Priester. Dieser Priester stolperte und Pirner schlug ihn tot. Dann brachten sie die Leiche in einen Korridor und Pirner schickte um eine Zange, mit der er dem Priester einen Goldzahn zog. Das Gold tauschte er gegen Alkohol. Die Leiche wurde in einen Sarg gegeben. Marciniak war im Februar 1943 im Steinbruch Gusen im Einsatz und transportierte fertige Steine zu den Baracken. Dort war auch Folger als Kapo. Ein Spanier stahl eine Rübe und Folger erschlug ihn deshalb. Marciniak und ein zweiter Häftling names Max mussten den Leichnam auf Befehl des Kommandoführers von Steinbruch Kastenhofen, Sauer, in den Steinbruch bringen. Sauer war bei den Häftlinge gefürchtet. Der Verteidiger fragt nach der Postenkette und nach dem Arbeitseinsatz Kellerbau, außerdem nach Details zu dem Vorfall mit Folger. 1944 arbeitete Marciniak in St. Georgen, dort war Unterscharführer Boehn der älteste Kommandoführer, die anderen Kommandoführer waren von der Luftwaffe. Dort wurden Baracken und ein Tunnel gebaut. Marciniak nennt einige Vornamen polnischer Häftlinge - Yulek, Cazik, Heniek, Korek (Kapo) und Max. In Gusen II gab es einen spanischen Oberkapo namens Astora. Den Priester kannte Marciniak schon seit 15. Juni 1943, als sie von Mauthausen kamen. Das Exerzieren von rund 350 bis 400 Häftlingen des Block 13 fand vor dem Block statt, seitlich zu Block 21. Geleitet wurde das Exerzieren von Maldmayr und Pirner, Marciniak beobachtete die Szene aus dem Bad. Pirner und Madlmayer gehörten zur Häftlingsaristokratie und durften sogar die Haare lang tragen. Häftlinge mit Goldzähnen wurden öfters getötet, sagt Marciniak aus. Er wird zum Zeugen Kowalski befragt und gibt an, diesen nicht zu kennen. Bei der Arbeit im Steinbruch hatte Marciniaks Kommando keinen Kommandoführer, nur einen Vorarbeiter namens Barhmer, ein Zivilist. Marciniak erklärt, dass er nur einmal in der polit. Abteilung war. Damals war dort ein SS-Mann, eine Frau und zwei Häftlinge in Einsatz.
PersonenschlagwortSauer, Boehn, Antoni Marciniak, Pirner, Madlmayr, Folger, Maciejwski, Barhmer
SchlagwortSteinbruch, Goldzähne, Politische Abteilung, Mord
LevelEinzelstück