U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-47, Trial Transkript, S. 18121-18132
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-47, Trial Transkript, S. 18121-18132
SignaturDMP.000-50-5-47.18121
InhaltsbeschreibungSeite: 18121-18132, Franz Lubos wurde 1939 nach Stutthof gebracht, im April des Jahres nach Sachsenhausen und am 10. Mai kam er nach Gusen I. Dort blieb er bis zur Befreiung.In Lubos war er in Block 9. Dopierala sah er erstmals im Steinbruch Kastenhofen. Gleich als er in Gusen ankam war das seine "Feuertaufe", sagt Lubos. Er und andere Häftlinge musste Steine tragen, vorwärts und rückwärts und rundherum standen Wachen. Der Häftling Nowak aus Posen wollte aus Gusen I flüchten, das war Ende Juli 1940 und am 13. August 1940 mussten die Häftlinge drei Tage und Nächte auf dem Appellplatz stehen, weil Nowak nicht gefunden wurde. Gusen I wurde zu dieser Zeit gerade erst errichtet. Ein Teil der Häftlinge arbeitete im Steinbruch Kastenhofen, der andere Teil arbeitete im Lageraufbau. Im August 1940 waren rund 600 bis 700 Häftlinge in Gusen, sagt Lubos. An diesem Tag standen sie nach Blöcken geordnet in Reihen zu zehn Häftlingen , so konnten sie leichter gezählt werden. An diesem Tag kam Schutzhaftlagerführer Chmielewski mit seinen Offizieren total betrunken ins Lager und er schrie die Häftlinge an. Dann wurden sie verprügelt von Dopierala, Tandler, Brust und Gentsch. Dopierala schlug die Häftlinge mit einem Ochsenziemer. Nach dieser ganzen Prozedur fehlten in Lubos Block zwei Häftlinge, acht bis zehn weitere mussten ins Revier. Zwei davon waren Jyshovsky, ein Arzt und Staatsanwalt, der zweite war Mischlynski aus Polen. Nach dieser Nacht lagen dort, wo sich die Blöcke aufstellen mussten 120 bis 140 Leichen. Später kam ein Lastwagen und diese Leichen wurden nach Mauthausen gebracht. Dort wurden sie in einem Loch vergraben, weiß Lubos vom Hörensagen, ein Krematorium gab es damals in Mauthausen noch nicht, sagt er. Das war neben Block 24, wo zuerst das Krematorium gebaut werden sollte, das dann aber zwischen Block 17 und 18 errichtet wurde. Lubos wird auch den Namen Odrobny angesprochen, der offenbar ein Lehrer in Paris ist und nicht zum Prozess kommen konnte. Dem Block 9 waren zwei Blockführer zugeteilt. Lubos kennt die Blockführer Fissel, Brust, Gentsch und Gross.Dopierala war kein Blockführer in Lubos Block sondern ein alter S-Mann namens Schwarz. Lubos arbeitete zuerst in der Westerplatte mit einer Schaufel, danach musste er Steine schleppen. 3000 Männer arbeiteten 1940 im Steinbruch Gusen, 3000 in Kastenhofen und 1200 in Westerplatte, später 800 und dann 600.Nachdem alle Erde in Westerplatte entfernt war, kamen die dortigen Häftlinge in den Steinbruch. Rund herum gab es die Postenkette. Dopierala war bekannt, weil es hieß er verstünde polnisch, weshalb man vorsichtig sein musste - das war wegen des polnisch klingenden Namens.
PersonenschlagwortWladislaus Dopierala, Carl Walter Chmielewski, Oskar Tandler, Brust, Gentsch, Becker, Franz Lubos, Jyshovsky, Mischlynski, Odrobny, Nowak
SchlagwortAppellplatz, Massentötung, Krematorium, Westerplatte-Kommando, Steinbruch, Trunkenheit
LevelEinzelstück