U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-48, Trial Transkript, S. 18368-18385
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-48, Trial Transkript, S. 18368-18385
SignaturDMP.000-50-5-48.18368
InhaltsbeschreibungSeite: 18368-18385, Bärens war von Mitte 1943 bis zur Befreiung in Mauthausen in den Blöcken 18, 17 und 8 untergebracht. Er war Blockältester für sieben Monate. Er erklärt, dass die Häftlinge Aufstellung nehmen mussten, wenn der Lagerälteste seine Pfeife blies. Er bekam Instruktionen von der Schutzhaftlagerführung und gab die an die Blockältesten weiter, da war auch der Rapportführer dabei. Rapportführer waren Riegler, Beunet und auch Kofler. Bollhorst inspizierte hie und da die Blöcke, dabei ging er Ende 1944 auf Krücken. Als Bollhorst dann erkrankt und länger weg war, übernahmen Arbeitseinsatzführer Trum sowie Gießler und Riegler seine Aufgaben. Sie waren alle Mitglieder der Kommandantur und wurden vom Lagerführer ernannt. Außerdem kam aus Auschwitz ein Unterscharführer names Kaduk oder Kadung, der in Auschwitz Rapportführer war. Riegler hatte keinen guten Ruf und trug immer Reitstiefel. Unter Bollhorst war es für die Häftlinge leichter sagt Bärens, als er weg war wegen seiner Krankheit wurde es für die Häftlinge schlechter. Als er zurück kam befand sich Bollhorst fast immer in der Lagerschreibstube. Der Lagerälteste Schöps und auch Bärens waren 1944 im Bombenkommando von Bollhorst. Diesem Kommando wurde auch Wachen aus den Steirer-Werken zugeteilt. Bollhorst leitete das Kommando mit einem Mann von der Flugabwehr. Bärens war auch im Block 20 untergebracht, um den spanische Häftlinge später eine Mauer bauten und worin immer wieder Offiziere hingerichtet wurden. Er selbst sah Hinrichtungen, noch bevor diese Mauer stand, gegenüber seines Fensters auf dem Exekutionsplatz. Bei einer Exekution waren Roth und Trum dabei, sie gaben Genickschüsse. Bei einer zweiten Exekution waren sechs Personen beteiligt, sie alle trugen ihre Stahlhelme, weshalb sie Bärens nicht erkannte. Hans Kanduth arbeitete im Krematorium und schlief auch dort. Bärens erklärt, dass die Häftlinge schon ab Weihnachten 1944 Waffen im Lager hatten, einige Pistolen und später auch ein Maschinengewehr. Bollhorst wusste von diesen Waffen, denn bei einer Inspektion entdeckte er sie. Dann sprach der Lagerschreiber Kurt Pani mit dem Rapportführer und dem Lagerältesten Schultz und nichts passierte. Im Lager III wurden Häftlinge vergast, manche konnte über die Mauer gelangen und sich retten, andere Häftlinge versteckten sich in den Blöcken von Lager II und III.
PersonenschlagwortBollhorst, Riegler, Beunet, Kofler, Gießler, Andreas Trum, Kaduk [sic], Kadung [sic], Peter Bärens, Kurt Pani, Hans Kanduth, Schöps
SchlagwortKommandantur, Exekution, Bombenkommando, Widerstand
LevelEinzelstück