U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-49, Trial Transkript, S. 45227-45236
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-49, Trial Transkript, S. 45227-45236
SignaturDMP.000-50-5-49.45227
InhaltsbeschreibungSeite: 45227-45236, er Zeuge der Anklage Josef Kowalski ist 37 Jahre alt, wohnt in Linz, ist Schlosser und kennt Wolfram seit 1940 aus Dachau. Wolfram kam damals mit dem Lagerkommandanten von Gusen, Chmielewski und überprüfte die Kraft und Stärke der Häftlinge, um zu sehen, ob sie kräftig genug für Gusen waren. Kowalski war einer der ausgewählten Häftlinge, die am 2.8.1940 nach Gusen überstellt wurden. Kowalski arbeitete dann als Steinmetz, Maurer und im Steinbruch. Kowalski sah Wolfram 1944 in einer Uniform der SS, Wolfram sei für die Steinbrüche verantwortlich gewesen. Bis 1943 war Wolfram in Zivilkleidung, er wurde Ingenieur genannt. Die Kommandoführer im Steinbruch bekamen ihre Anweisungen vom Lagerführer, doch wenn es um fachliche Belange ging, hatte Wolfram das Sagen. Wer die Leistung im Steinbruch nicht brachte, wurde von Wolfram gemeldet und mit 25 Schlägen bestraft. Kowalski selbst bekam vom Kommandoführer 25 Schläge im Jahr 1943 und nochmal 25 vom Lagerkommandanten weil er mit einem Kameraden über das Lager fliegende US-Flugzeuge beobachtet hatte und dabei von Wolfram erwischt wurde. Im Winter 1941-42 stieß Wolfram im Westerplatte-Kommando einen Polen in den Steinbruch und der starb. Er wurde weggetragen zu einer Hütte, wo schon andere Leichen lagen. Beim Zählappell wurde er dann ins Lager gebracht. In Dachau wurde den Häftlingen vom Blockältesten erzählt, sie kämen für drei Monate auf einen Schulungskurs, vier oder fünf Tage später kamen Chmielewski und Wolfram und wählten Häftlinge aus. Wolfram überprüfte die Muskeln. Ein weiterer SS-Mann war dabei, den Kowalski aber nicht kannte. In Gusen erstatteten die Kapos Wolfram Meldung, jeden Tag trafen sie sich mit ihm. Die Häftlinge durften nicht mit den Zivilarbeitern/Vorarbeitern reden. Der Begriff Westerplatte steht für den Bereich in Gusen oberhalb des STeinbruchs, der Steinbruch selbst war unten. Dazwischen lagen rund 40 Meter.
Personenschlagwort Carl Walter Chmielewski, Josef Kowalski, Paul Wolfram
SchlagwortDienstreise, Steinbruch, Westerplatte-Kommando, Prügelstrafe, Dienstunterstellung, Zivilarbeiter
LevelEinzelstück