U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-49, Trial Transkript, S. 45243-45253
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-49, Trial Transkript, S. 45243-45253
SignaturDMP.000-50-5-49.45243
InhaltsbeschreibungSeite: 45243-45253, Der Zeuge der Anklage, Henry Glowacki, ist 40 Jahre alt, lebt in Linz und ist Zivilingenieur. Er kennt Wolfram seit Herbst 1940 und sah ihn seither oft im Steinbruch Gusen I. Von 1944 bis 1945 war Glowacki in Gusen II und machte geologische Untersuchungen beim Steinbruch und beim Kellerbau. Wolfram war bei der Dest in leitender Funktion. Wolfram suchte selbst die nicht mehr arbeitsfähigen Häftlinge aus seinen Kommandos heraus, er hätte die Macht gehabt, für die Häftlinge etwas zu tun, doch er tat es nicht. Wolfram sprach - in Anwesenheit von Chmielewski - davon, dass diese "Krüppel nur zum Sterben gut seien". Einmal suchte Wolfram 150 Häftlinge aus, die in den Neubau verlegt wurden, dort bekamen sie wenig zu Essen und viele starben. Alle anderen Häftlinge versuchten, denen im Neubau zu helfen, doch fast alle starben. Glowacki berichtet, dass zwei Bekannte von ihm, Prof. Brzesinski aus Krakau und Leutnant Jagodzinski aus Warschau, aufgrund einer von Wolfram vorgenommenen Selektion totgeschlagen wurden. Weil sie faul waren, sie Wolfram meinte. Sie starben weil sie den 25 Stockschlägen nicht gewachsen gewesen waren. Ab 1944 gab es die Anweisung, dass die Häftlinge während Fliegerangriffen in die Tunnel flüchten mussten, im Jahr 1945 trug Wolfram eine SS-Uniform (Obersturmführer) und es kam im Jänner zu einem Luftangriff. Als der Alarm vorbei war, kam Wolfram aus Richtung Gusen und erwischte drei Häftlinge, die nicht in den Tunneln gewesen waren und erschoss sie. Glowacki beobachtete das aus einem Versteck. Der Grund, warum sie nicht in den Tunnel gingen war, dass sie fürchteten, die SS würde den Tunnel sprengen. Glowacki trug gemeinsam mit dem Spanier Pedro Gomez die Leichen weg. Ob Wolfram auch etwas mit der Auswahl der Wachen zu tun hatte, weiß Glowacki nicht, er meint aber, alles sei von Wolfram abgehängt. Glowacki schildert die tägliche Nahrungsmittelration eines Häftlings. Der Verteidiger argumentiert, dass Wolfram mit der Nahrungsmittelverteilung nichts zu tun hatte, Glowacki glaubt doch. Wolfram hätte ja seinen Einfluss geltend machen können, tat es aber nicht. Glowacki hörte ein Gespräch zwischen Seidler und Wolfram. Dabei sagte Wolfram, er gebe für jeden Arbeiter 50 Pfenning pro Tag aus und 2 Mark für einen Spezialisten, dafür erwarte er auch gute Arbeit. Durch die vielen Territorien des Deutschen Reiches gebe es genug Arbeiter. In der Schlussphase bekam ein Häftling für gute Arbeit eine Prämie von 1,50 bis 2 Mark für 14 Tage. Glowacki war selbst 48 Stunden in Haft in Linz wegen Schwarzmarkthandels.
AnmerkungenWolfram trug 1944 eine SS-Uniform, davor offenbar Zivilkleidung
PersonenschlagwortSeidler, Henry Glowacki, Prof. Brzesinski, Jagodzinski, Paul Wolfram
SchlagwortSteinbruch, Nahrungsmittel, Dienstunterstellung, SS-Uniform, Luftangriff, Prämien
LevelEinzelstück