U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-51, Trial Transkript, S. 47087-47098
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-51, Trial Transkript, S. 47087-47098
SignaturDMP.000-50-5-51.47087
InhaltsbeschreibungSeite: 47087-47098, Karl Geiger ist Zeuge der Verteidigung. Er lebt in München, ist 46 Jahre alt, Deutscher und Ingenieur. Geiger war von 1939 bis 1943 in KLM. Seit 1940 kennt er Klein, der aus Sachsenhausen kam, Geiger selbst wurde 1943 entlassen. Sein Blockältester war Magnus Keller, der KLM 1944 verließ, gemeinsam mit Klein - sie kamen nach Ebensee. Geiger sagt, Klein sei damals in KLM noch als KInd betrachtet worden. Aufgrund seiner Rasse habe Klein nie eine Position mit Verantwortung bekommen. Als Geiger KLM verließ war Klein Blockfriseur, Geiger konstruierte Pläne für das Elektrikerkommando. Geiger erzählt von seiner Tätigkeit im Widerstand, er sei immer über alles informiert gewesen, auch über die Außenlager. Er habe auch erfahren, dass unmittelbar nach der Befreiung von Ebensee 58 oder 59 SS-Männer gelyncht worden seien, auch zahlreiche Deutsche Häftlinge wurden getötet. Es sei fast unmöglich gewesen, in Ebensee zu überleben, wenn man ein Verbrechen begangen habe. Geiger meint "wir" [im Sinne von wir, die Widerstandsbewegung] haben Klein ausgewählt, um nach Ebensee zu gehen. Geiger "befreite sich selbst" am 4. Mai in Gusen, nachdem dort die SS am 3. Mai das Lager verlassen hatte und der Wiener Feuerwehr die Überwachung überließ. Geiger wird nach seiner eigenen Vergangenheit befragt. Er gibt an, aus Frankreich gekommen zu sein und wegen Spionage verhaftet worden zu sein. Geigers Organisation war daran interessiert, erfahrene Häftlinge in neue Lager zu schicken, damit sie den neueren Häftlingen bei der Organisation helfen konnten, erklärt er. Keller wurde verlegt, weil man befand, es sei das beste für ihn, zu verschwinden. Denn er hatte Konflikte mit Ziereis. Als er "sich befreite" war Geiger Kapo und Betriebsleiter der Messerschmitt-Werke. Geiger gibt an, der habe dann die US-Truppen aufgesucht und sie über die Lager Gusen und KLM informiert, so dass sie ihre Panzer schicken konnten. Er selbst sei auf dem ersten Panzer nach Gusen gesessen.
Personenschlagwort Franz Xaver Ziereis, Bachmayer, Siedler [sic], Karl Geiger, Anton Klein, Magnus Keller
SchlagwortWiderstand, Lynchmord, Konflikt
LevelEinzelstück