U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-51, Trial Transkript, S. 47101-47117
TitelU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-51, Trial Transkript, S. 47101-47117
SignaturDMP.000-50-5-51.47101
InhaltsbeschreibungSeite: 47101-47117, Der Angeklagte Anton Klein tritt in den Zeugenstand. Er ist verheiratet, seine Familie umfasst elf Personen, er hat einen Bruder, ist keinerlei Parteimitglied und war sieben Jahre in der Schule. Zum Blockältesten hat ihn in Ebensee Magnus Keller gemacht, der Lagerälteste. Lagerkommandant war Ganz. Einmal wurde Klein mit 50 Stockhieben bestraft, einmal aufgehängt, das war 1944 kurz nachdem er Blockältester geworden war. Die Strafe bekam er weil in seinem Block verschiedene Dinge gefunden worden waren - Messer, Metallstücke, etc. Weil Block 11 eine Art "Modellblock" sein sollte, befahlen Ganz und Rapportführer Briebel, dass die Häftlinge den Block nicht mit Schuhen betreten durften. Wenn Besucher kamen, wurde immer dieser Block 11 präsentiert. Klein gibt zu, Mithäftlinge geschlagen zu haben weil er wegen ihnen bestraft worden war, weil sie Essen stahlen oder Pakete. Mit dem ihm vorgeworfenen Hängen eines russ. Häftlings hatte er nichts zu tun, sagt Klein. Er weiß nicht wer das war. Dieser Russe war aus Block 22, was der Revierblock war. Klein gibt auch zu, die vier Männer geschlagen zu haben, die eine Glasscheibe fallen gelassen hatte. Das tat er, weil ihm der Kommandoführer drohte, einen Bericht zu machen. Alle anderen Vorwürfe streitet Klein ab, etwa den Fall mit dem jüdischen Häftling beim Tragen der Barackenteile oder den ermordeten Polen, aber auch den Vorfall mit dem Eishockeyspieler Szablowski. Auch davon, dass Häftlinge ertränkt wurden hat er nie etwas gehört. Viele wurden getötet, aber alle vom Lagerkommandanten und vom Rapportführer. Als Klein nach Ebensee kam, wurde er von Rapportführer Prievel [sic, evtl. Briebel] zum Kapo eines Entladungskommandos gemacht. Keller habe ihn zur Funktion des Blockältesten gezwungen. Nachdem er wegen der unerlaubten Dinge im Block bestraft worden war führte er seine Männer "mit strikter Hand", wie Klein das ausdrückt. Etwaige Besucher kamen immer in seinen Block, der zwischen 400 und 500 Männer umfasste. Jeden Morgen brachten Klein seine Leute auf den Appellplatz, dann wurden die Arbeitskommando zusammengestellt, der Lagerältesten bließ eine Pfeife und alle Blockältesten mussten zusehen, dass die Häftlinge sich nicht wieder in ihre Blöcke schlichen. Einmal kam ein SS-Mann mit einer zweiten Wache ins Lager uns sie schossen mit einem Maschinengewehr wild herum. Magnus Keller hat Klein das Leben gerettet, als er sehr krank war gab ihm in KLM Keller die Arbeit als Friseur. In Mauthausen sah er keine Morde aber Leichen, die von den Arbeitskommandos kamen. In seiner ersten Woche als Blockältester schlug Klein acht bis zehn Häftlinge mit einem Gummiknüppel, doch nachdem er selbst damit geschlagen wurde, wusste er, wie weh das tut und schlug nur noch mit der flachen Hand zu. Man musste schlagen, sagt Klein. Klein hat Essen für seine Häftlinge gestohlen, behauptet er.
PersonenschlagwortGanz, Briebel [sic], Prievel [sic], Anton Klein, Magnus Keller, Szablowski
SchlagwortBesucher, Versetzung, Beförderung, Misshandlung, Arbeitseinsatz, Zählappell
LevelEinzelstück