KZ Gusen: Fotoalbum des SS-Angehörigen Artur Schulz
Inventarnummer4.4.2.2.
TitelKZ Gusen: Fotoalbum des SS-Angehörigen Artur Schulz
Hersteller Artur Schulz
BeschreibungDas Album trägt den Titel „SS – Erinnerungen an meine Dienstzeit, SS-Totenkopfverband ‚Oberbayern‘“. Das Album umfasst 38 Seiten exkl. Cover mit insgesamt 124 Fotografien in Schwarz-Weiß und Postkarten, die mit Fotoecken auf den Albumblättern fixiert wurden. Die Fotos weisen unterschiedliche Formate, Papier und Farbstiche auf, die auf unterschiedliche Produktions- und Entstehungskontexte verweisen. Manche der Fotos enthalten auf der Rückseite kurze handschriftliche Beschriftungen (z.B. Angaben zu Ort / Ereignis, Widmungen). Diese verweisen darauf, dass die Fotos teilweise an Familienangehörige, vor allem die Eltern und insbesondere die Mutter von Artur Schulz geschickt wurden. Auch die Postkarten wurden ursprünglich an verschiedene Adressat*innen verschickt. Auf den Albumblättern finden sich keine Beschriftungen zu den Fotos, die kontextuelle Hinweise liefern könnten. Spinnenpapier trennt die einzelnen Albumblätter voneinander ab. Gegen Ende hin, weisen manche Albumblätter Lücken auf. Das Album endet mit Fotografien einer Beerdigung, womöglich Arturs oder seines Bruders Hermann. Diese Albumseiten sind von einer anderen Art Papier und wurden nachträglich eingefügt.
Das Album hat Seltenheitswert, da es unter anderem Fotos aus der Aufbauzeit des KZ Gusen, unbekannte Aufnahmen aus den Steinbrüchen sowie aus der Freizeit des SS-Wachpersonals umfasst. Ein Großteil der Fotos zeigt SS-Angehörige in Uniform, darunter häufig den ursprünglichen Ersteller des Albums. Das Album vermittelt zuvorderst das Sozialleben eines Mitglieds der KZ-Wachmannschaft, sowie den Kameradschafts- und Gemeinschaftssinn, der diesem zugrunde lag. Beliebte Motive sind Gruppenbilder, das Arbeitsumfeld, (auf Wachposition, bei Einsatzübungen bzw. Märschen) oder Freizeitaktivitäten (Zusammenkünfte und Feiern in den Unterkünften, in Gemeinschaftsräumen und bei Ausflügen in die nähere Umgebung, u.a. bei der Ruine Losenstein, der Burgruine Spielberg und am Grab von Adolf Hitlers Eltern Alois und Klara in Leonding). Zwei Fotografien im Album enthalten Hinweise auf KZ-Häftlinge: einmal sind KZ-Häftlinge verschwommen im Hintergrund auf dem Gelände des KZ Gusen zu sehen, einmal aus großer Distanz aufgenommen im Steinbruch Mauthausen.
Das Album zeugt schließlich davon, wie sich Einzelne über das bestehende Fotografierverbot im Lager hinwegsetzten.
Artur Schulz, geboren 1908 im Schleswig-Holsteinischen Albersdorf, war SS-Sturmmann und Angehöriger der 1. Kompanie des SS-Totenkopfsturmbanns K.L. Gusen, die für die Bewachung des Konzentrationslagers zuständig war. Die wenigen vorhanden biographischen Informationen belegen, dass Schulz am 1. Mai 1929 in die NSDAP eingetreten war (Mitgliedsnummer 125402), und dann bereits ein Jahr später am 1. April 1930 wieder ausgetreten ist. Aus dem Inhalt des Albums ist zu entnehmen, dass Artur Schulz seinen Dienst im KZ Gusen höchstwahrscheinlich zu Jahresbeginn 1940 angetreten ist. Schulz starb am 7. Oktober 1941 im Allgemeinen Krankenhaus in Linz/Donau an Typhus. Am selben Tag fiel sein Bruder Hermann als Wehrmachtsangehöriger in Russland. Kommentar: Die 1. SS-Totenkopfstandarte „Oberbayern“ war jene Einheit, die ab 1934 für die Bewachung des KZ Dachau zuständig gewesen war. Später bildete sie die Kernmannschaft für die 1938 neu aufgestellte 4. SS-Totenkopfstandarte „Ostmark“, welche ab August 1938 die Bewachung der Konzentrationslager Mauthausen und in der Folge Gusen übernahm.
Artur Schulz, geboren 1908 im Schleswig-Holsteinischen Albersdorf, war SS-Sturmmann und Angehöriger der 1. Kompanie des SS-Totenkopfsturmbanns K.L. Gusen, die für die Bewachung des Konzentrationslagers zuständig war. Die wenigen vorhanden biographischen Informationen belegen, dass Schulz am 1. Mai 1929 in die NSDAP eingetreten war (Mitgliedsnummer 125402), und dann bereits ein Jahr später am 1. April 1930 wieder ausgetreten ist. Aus dem Inhalt des Albums ist zu entnehmen, dass Artur Schulz seinen Dienst im KZ Gusen höchstwahrscheinlich zu Jahresbeginn 1940 angetreten ist. Schulz starb am 7. Oktober 1941 im Allgemeinen Krankenhaus in Linz/Donau an Typhus. Am selben Tag fiel sein Bruder Hermann als Wehrmachtsangehöriger in Russland. Kommentar: Die 1. SS-Totenkopfstandarte „Oberbayern“ war jene Einheit, die ab 1934 für die Bewachung des KZ Dachau zuständig gewesen war. Später bildete sie die Kernmannschaft für die 1938 neu aufgestellte 4. SS-Totenkopfstandarte „Ostmark“, welche ab August 1938 die Bewachung der Konzentrationslager Mauthausen und in der Folge Gusen übernahm.
Datum 1940-01-01 - 1950-01-01
Zeitraum1938—1945 | nach 1945
SchlagwortFotoalbum, SS, Konzentrationslager, Wachpersonal, Private Fotografie, SS Fotografie
Geografisches SchlagwortGusen / Konzentrationslager
SachgruppeFotoalbum
Format
- Höhe: 21.6 cm
Breite: 29 cm