U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-Mauthausen-23, Trial Transkript, S. 18826-18857
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-Mauthausen-23, Trial Transkript, S. 18826-18857
ReferenceDMP.000-Mauthausen-6.18826
Content descriptionSeite: 18826-18857, Alfred Emmert, Zeuge der Verteidigung, gibt u.a. an: Er sei in Floridsdorf von Ende Juni bis November 1944 inhaftiert gewesen. Dort sei er als Sanitäter-Hilfskraft im Revier und als dessen persönlicher Diener ("valet") eingesetzt gewesen. Neben ihm, so Emmert, seien vier weitere Häftlinge als Saniäter im Revier eingesetzt gewesen (Willi Wichen, Georg Goeschl, ein gewisser Alex sowie Karl Sasko). Dr. Krakowski, so Emmert, sei während seiner Haftzeit in Floridsdorf leitender Häftlingsarzt gewesen, zusätzlich habe es einen russischen und einen französischen Häftlingsarzt gegeben. Der Vorwurf, wonach Cuerten einen Häftling während einer Betäubung eine tödliche Injektion gegeben habe, so Emmert, sei unwahr, da dieser nie eine Anästhesie dazu gemacht hätte. In anderen Lager, so Emmert, seien solche Injektionen durchgeführt worden, nicht aber in Floridsdorf. Buehner sei, so Emmert, ein Mörder gewesen und habe Ende April 1945 fünf Amerikaner exekutiert. Cuerten habe nie Meldungen erstattet, sondern höchstens ein paar Schläge ausgeteilt; nie hätte er auf seinen eigenen Willen heraus Menschen umgebracht, sondern nur auf Befehl oder aus einer Notwendigkeit heraus, erklärt Emmert. Da die Bestellungen medizinischer Güter nach Mauthausen nie erfolgreich gewesen sei, habe Cuerten diese auf eigene Faust in Wien bestellt. Er sei selbst - und ohne Wissen des KLM - nach Berlin gefahren, um eine spezielle Lampe zu besorgen, die als Ersatz für Sonnenlicht verwendet wurde. Auch habe er Häftlinge im Revier versteckt, um sie vor Buehne zu schützen. Emmert erwähnt im Laufe seiner Befragung ein Schreiben Kaltenbrunners, wonach regelmäßig das Personal des Reviers ausgetauscht und nach Mauthausen zur Liquidation gebracht werden solle. Im Rahmen des Kreuzverhörs gibt Emmert an, er habe gesehen, dass Cuerten in Schwechat in zwei Fällen tödliche Injektionen verabreichte. Weiters könne er sich erinnern, dass ein entflohener und wieder eingefangener Häftling schwerst geschlagen wurde, allerdings könne er nicht sagen von wem, da Streitwieser, Cuerten und Buehner bei dem Häftling gewesen seien. Weiters gibt er an, neben Schwechat auch in Floridsdorf, Hinterbrühl und Mauthausen inhaftiert gewesen zu sein. Ja, er könne sich an einen Fluchtversuch eines polnischen Häftlings in Floridsdorf erinnern - un glaube sich zu erinnern, dass dessen Leben durch Unterscharfühhrer Gruelke gerette wurde.
Persons keyword Eduard Cürten, Buehner, Ernst Karl Kaltenbrunner, Gruelke, Alfred Emmert
SubjectSanitäter, Häftlingsrevier, Injektion, Misshandlung, Mord
LevelItem