U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-10, Trial Transkript, S. 21107-21120
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-10, Trial Transkript, S. 21107-21120
ReferenceDMP.000-50-5-10.21107
Content descriptionSeite: 21107-21120, Pedro Gomez, Zeuge der Anklage, gibt u.a. an: Er sei von Februar 1941 bis Mai 1945 in Gusen I inhaftiert gewesen. Stumpf habe - neben anderen SS-Männern -, so Gomez, Häftlinge mehrmals während Fliegerangriffen geschlagen. Stumpf sei, so erklärt Gomez, verantwortlich für das Kommando f. Wasserinstallationen gewesen, in welchem auch er arbeiten musste. Insgesamt habe dieses Kommando aus durchschnittlich 30 Häflingen bestanden. Er habe, so Gomez, sowohl in Gusen I und Gusen II gearbeitet; als die Wasserinstallationen in den Waschräumen 1942 durchgeführt wurden, sei er jedoch nicht bei dieser Arbeitsabteilung gewesen. Gomez berichtet weiter, es sei vorgekommen, dass die SS während des Duschens der Häftlinge gekommen sei und das Wasser heiß oder kalt gedreht hätte; die flüchtenden Häftlinge seien daraufhin geschlagen worden. Er habe auch gehört, dass einige der Häftlinge im Zusammenhang damit getötet wurde. Im Block, wo er untergebracht war, erklärt Gomez, seien alle Fachmänner gewesen - Elektriker, Tischler etc. - und hätten dadurch etwas mehr Berücksichtigung durch die SS gehabt. Gomez berichtet nun von Ermordungen kranker Häftlinge durch Badeaktionen: Er erklärt die Funktions- und Bauweise in den Waschbaracken und schildert, wie Häftlinge dort für 10 bis 15 Minuten in aufgestautes Wasser gezwungen wurden und in der Folge zum Teil verstarben. Dieses Prozedere, so Gomez, sei im Lager bekannt gewesen und häufig durchgeführt worden. 1942, als die Duschen fertiggestellt wurden, sei es zeitweise täglich gewesen; später zeitweise jeden zweiten Tag; später nur zwei oder dreimal pro Woche. Er selbst habe einmal aus Block 22 gesehen, wie SS-Männer offensichtlich zu solch einer Aktion gingen. Auch sei er Zeuge geworden, als 1942 ein Häftling in der Mitte des Appelplatzes erhängt wurde, offenbar durch Ziereis. Auch habe er, so Gomez, 1944 gesehen, dass sechs oder sieben Flugzeuge abgeschossen worden und Flieger mit Fallschirmen herausgesprungen seien. Die SS habe auf diese geschossen; einige, so Gomez, seien gleich ins Krematorium gebracht worden. Ein anderer sei verwundet ins Revier gebracht worden (es wird der Name eines dort tätigen spanischen Assistenten des Häftlingsarztes genannt, Jose Travarias) und in der Folge verstorben. Auch sei einer der Flieger in das Lagergefängnis gekommen, verwundet, und später nach KLM gebracht worden. Dort sei er, wie viele andere, so habe Gomez gehört, erschossen worden. Bataillonskommandeur zu dieser Zeit sei Obermeier gewesen. Im Zusammenhang mit den Tötungsaktionen (offenbar im Waschraum) gibt Gomez an, er habe folgende SS-Männer gesehen: Kluge, Gross, Grill, Brust, Chmilewski (sic!), Seidler und Sauer.
Persons keyword Heinrich Stumpf, Alois Obermeier, Franz Xaver Ziereis, Kluge, Gross, Wilhelm Karl (Willi) Grill, Brust, Carl Walter Chmielewski, Seidler, Sauer, Pedro Gomez
SubjectLuftangriff, Häftlingsbad, Totbadeaktion, Misshandlung, Privilegien, Exekution
LevelItem