U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-12, Trial Transkript, S. 23685-23705
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-12, Trial Transkript, S. 23685-23705
ReferenceDMP.000-50-5-12.23685
Content descriptionSeite: 23685-23705, Karl Emil Geiger, Zeuge der Anklage, gibt u.a. an: Er sei von Mai 1943 bis Kriegsende 1945 in Gusen inhaftiert gewesen. Den Angeklagten Stuetz kenne er von dort; dieser sei einer der SS-Wachen gewesen. Er berichtet in der Folge von den Luftangriffsalarmen im Jahre 1944, als die Häftlinge in Schächte der Messerschmittwerke getrieben wurden. Bei einer solchen Aktion habe Stuetz zwei Häftlinge erschlagen und vier so geschlagen, dass diese an den Folgen gestorben seien, so Geiger. Im Rahmen der Befragung gibt Geiger u.a. Informationen über seine Funktion und erklärt, die Luftangriffe hätten zu dieser Zeit jeden zweiten Tag stattgefunden. In weiterer Folge wird Geiger zu Nuszkowski befragt. Dieser sei Wachposten beim Kommando für den Kellerbau gewesen und er - Geiger - hätte ihm jeweils berichtet, wenn andere Wachen Häftlinge aus dem Kommando erschossen hätten. Geiger berichtet auch von Misshandlungen durch Nuszkowski: Wann immer Häftlinge beim Schichtwechsel nicht schnell genug liefen, habe dieser Häftlinge getreten und geschlagen, so Geiger. Theo Schmitz sei Sanitäter beim Häftlingsrevier in Gusen gewesen. Dass er tödliche Injektionen an Häftlingen durchgeführt habe, so Geiger, habe man durch das Häftlingskommittee erfahren. Zwar habe er diesen nie selbst dabei beobachtet; er sei sich aber sicher, dass dieser Injektionen verabreicht habe, erklärt Geiger. Allerdings habe er selbst gesehen, dass Schmitz Ende August/Anfang September 1944 eine Selektion durchgeführt habe, bei denen 260 Häftlinge in Block 8 kamen. Von anderen Mithäftlingen habe er in der Folge erfahren, dass diese Häftlinge nach Mauthausen gebracht und noch am selben Abend vergast worden seien. Im Rahmen des Kreuzverhörs berichtet Geiger u.a. über seine Tätigkeit als "prisoner manager" bei Messerschmitt und Steyr. Er erwähnt neben anderen Punkten auch, vom Häftlingsrevier seien jeden vierten oder fünften Tag Transporte abgegangen.
Persons keywordFlorian Stuetz, Richard Nuszkowski, Theo Schmitz, Karl Emil Geiger
SubjectLuftangriff, Mord, Misshandlung, Injektion, Vergasung, Selektion
LevelItem