U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-18, Trial Transkript, S. 25929-25950
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-18, Trial Transkript, S. 25929-25950
ReferenceDMP.000-50-5-18.25929
Content descriptionSeite: 25929-25950, Karl Emil Geiger, Zeuge der Anklage, gibt u.a. an: Er sei ab Oktober 1939 im KLM inhaftiert gewesen; er kenne Theo Otto Bernhard, so Geiger, und habe im Mai 1942 definitiv gesehen, dass dieser an einer Exekution durch Erschießung von 28 russischen Häftlingen aus Block 20 teilgenommen habe. Fritz Wagner, so Geiger, sei in der Wäscherei gewesen und habe dort Seife und Wäsche verteilt. Er habe Häftlinge, darunter ihn, mit einem Ochsenziemer geschlagen, erklärt Geiger. Auch habe Wagner mindestens bei 5 Exekutionen teilgenommen. Xaver Strauss, Geiger weiter, sei für die Verwaltung im Lager zuständig gewesen, für die gesamte Organisation der Verpflegung v. Lager und SS. Am 11. Mai 1943 habe er gehört, dass 11 ranghohe russische Kriegsgefangene aus Block 18 oder 19 selektiert worden seien und am späten Abend vor Baracke 11 aufgestellt wurden. Sie seien entkleidet worden und in Anwesenheit v. Bachmaier, Strauss, Schultz und Siefert in den Keller gedrängt worden, wo sich Gaskammer und Genickschussecke befanden. Kurz darauf habe Bachmaier den Lagerschreiber Leitsinger rufen lassen, der Zigaretten bringen sollte. Nachdem die SS-Männer weggingen, habe er - Geiger - in den Keller gesehen und dort die durchschossenen Leichen der russischen Häftlinge aufgefunden. Auch habe er am Folgetag ausfindig machen können, dass in derselben Nacht noch eine "drinking party" von den SS-Männern durchgeführt worden sei. Ewald Wlotzka sei an der Verwaltung des Lebensmittellagers für Häftlinge und SS beteiligt gewesen, erklärt Geiger. Er berichtet weiters von einem Vorfall im März 1944: Dänische Juden seien zu diesem Zeitpunkt dem Strafkommando zugeteilt gewesen und hätten Steine tragen müssen (ein gewisser Unterscharführer Winkler sei einer der Kommandoführer gewesen). Er habe gesehen, berichtet Geiger, wie Wlotzka in Anwesenheit Bachmaiers einen der Häftlinge schlug und darauf erschoss. Geiger gibt in der Befragung u.a. auch an, dass er im KLM die Funktion eines "senior kapo" hatte und am 2. Mai 1943 nach Gusen überstellt wurde. Er gibt an, Stahlhelme seien von den Angehörigen der Kommandantur nur bei Exekutionen oder Strafappellen getragen worden; Xaver Strauss habe mit seiner Familie zusammengelebt. Er habe - offenbar 1942-, erklärt Geiger, in der Elektroabteilung gearbeitet und sei für elektrische Installationen zuständig gewesen.
Persons keywordTheo Otto Bernhardt, Fritz Wagner, Xaver Franz Strauß, Bachmaier, Schultz, Siefert, Ewald Wlotzka, Winkler, Karl Emil Geiger, Leitsinger
SubjectExekution, Wäschereibaracke, Mord, Strafkommando
LevelItem