U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-20, Trial Transkript, S. 8438-8443
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-20, Trial Transkript, S. 8438-8443
ReferenceDMP.000-50-5-20.8438
Content descriptionSeite: 8438-8443, Die Verteidigung befragt den ehemaligen Häftling Ernst Buerger. Buerger gibt an, zwischen Juni 1936 und Ende 1939 im KZ Sachsenhausen inhaftiert gewesen zu sein, dann sei ins KZ Mauthausen überstellt worden, wo er bis Februar 1944 blieb. Bis 4. April 1945 sei er als Häftling in Aflenz in der Nähe von Leibnitz gewesen, danach - nach dem Evakuierungsmarsch - bis 20. April 1945 im Außenlager Ebensee. Im KZ Mauthausen, so gibt Buerger an, sei er in unterschiedlichen Kommandos eingesetzt gewesen. Im April 1942 sei er von der Lagerschreibstube als Harrschneider Block 17 zugeteilt worden. Alle ihm vorgeworfenen Tathergänge (untersch. Misshandlungen v. Häftlingen) weist er von sich. In Hinblcik auf die Häftlingszusammensetzung im Block 17 im Sommer 1943 gibt Buerger an: Block 17 sei ein Isolationsblock gewesen, auch die neuen Transporte seien dort untergebracht worden. Alle Häftlinge dort seien professionelle Kriminelle deutscher Nationalität gewesen, so Buerger. Leichnahme aus diesem Block seien von einem Arzt untersucht worden und - so antwortet er auf die Frage - im Fall, dass ein Häftling durch Schläge eines anderen Häftlings gestorben sei, wäre dieser mit Sicherheit durch Kommandant Ziereis zum Tode verurteilt worden. Die Untersuchungenvon Leichnamen seien seien von einem tschechischen und einem polnischen Arzt durchgeführt worden, die in der Häftlingsapotheke ("the prisoner's dispensary") arbeiteten. Buerger beschreibt die Zustände in Block 17: So betrug etwa die durchschnittliche Häftlingsanzahl zwischen 700 und 800 Personen, 350 bis 400 pro Raum. Buerger zufolge sei der Lagerälteste Schepps deswegen zur Lagrleitung gegangen, habe aber nicht serreicht - im Gegenteil seien die Regeln für den Block verschärft worden. Die Kapos Schmidt, Rorvoth, Krause, Mueller und so weiter seien - so führt Buerger an - für die grausamen Handlungen in den Blocks 16 bis 19 verantwortlich gewesen. Buerger gibt auf Nachfrage an, im Baukommando von Geiger, mehrmals zu geschlagen worden zu sein, dass er Zähne verloren habe. Wegen einer Meldung Geigers habe er für sechs Wochen zur Strafkomepanie müssen. Auch Schulz habe ihn , Buerger, mehrere Male misshandelt und geschlagen.
NotesHäftline Buerger, Schmidt, Rorvoth, Krause, Mueller offenbar Funktionshäftlinge!
Persons keyword Franz Xaver Ziereis, Schultz, Ernst Buerger, Schepps, Schmidt, Rorvoth, Krause, Mueller, Geiger
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