U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-21, Trial Transkript, S. 9258-9267
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-21, Trial Transkript, S. 9258-9267
ReferenceDMP.000-50-5-21.9258
Content descriptionSeite: 9258-9267, [Fortsetzung von S. 9662-9667] Im Zeugenstand ist Christian Wohlrab er bestreitet sämtliche von Opressnigg erhobenen Vorwürfe im Zusammenhang mit Todesinjektionen. Er sei auch nicht durch Veranlassung des Häftlingsarztes Pottlacher [sic] in ein anderes Lager versetzt worden. In Fällen von Diebstahl verabreichte er dem Dieb einige Ohrfeigen und meldete ihn nicht. Wohlrab gibt an drei bis viermal um Versetzung zur Front angesucht zu haben. Im Jänner 1945 hatte er damit Erfolg. Wohlrab war von 1941 bis 1943 in Oschatz in einem Krankenhaus stationiert. Wann immer es Bedarf an Sanitätern an der Front gab, wurde ein Kommando zusammengestellt. Wohlrab wird mit einer schriftlichen Aussage von Ernst Martin konfrontiert. Er sagt es gab ein Krematorium in Gusen I zu dem er aber keinen Zutritt hatte. Von einem Gaswagen hat er einmal gehört. Er habe nie eine Selektion von Häftlingen vorgenommen, dazu sei er zu niedrigen Ranges gewesen. In Schlier erteilte er dem Häftlingsarzt, kranke Häftlinge für den Rücktransport nach Mauthausen auszusuchen - auf Befehl von KLM. Wenn Häftlinge aus Außenlagern zurück kamen, wurden sie separiert, das war laut Wohlrab wegen ihrer geheimen Arbeitseinsätze. Wenn sie sich erholt hatten, kamen sie zurück in ihre Außenlager. Zwischen August 1941 und Jänner 1943 war er verletzt in Oschatz und außerdem war er an der Ausbildung von jungen Rekruten beteiligt. In den Außenlagern war laut Befehl des Standortarztes nur eine bestimmten Gesamtzahl an kranken Häftlingen im Revier erlaubt. Diesem Befehl entsprechend wurden in Schlier kranke Häftlinge nach Mauthausen rücküberstellt. Dieser Befehl kam von einem Sturmbannführer Dr. Walter aus Mauthausen. Ernst Martin war der erste Schreiber des Standortarztes in Mauthausen. Sein Wort war Gesetz, sagt Wohlrab. Martin war ein Verräter sowohl der Häftlinge als auch der SS, sagt er weiter. Martin hatte angegeben, dass er Wohlrabs Antrag auf Beförderung selbst bearbeitet habe, Wohlrab streitet ab, einen solchen Antrag 1942 gestellt zu haben. Pottlacher [sic] war ein tschechischer Häftlingsarzt und bei SS und Häftlingen angesehen. Wohlrab sagt, er sei in jedem Lager in dem er war, der einzige SDG gewesen.
Persons keyword Christian Hermann Wohlrab, Dr. Walter, Opresnigg, Ernst Martin, Dr. Podlaha [auch als Pottlacher]
SubjectSanitäter, Gaswagen, Selektion, Dienstbefehl
LevelItem