U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-21, Trial Transkript, S. 9268-9281
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-21, Trial Transkript, S. 9268-9281
ReferenceDMP.000-50-5-21.9268
Content descriptionSeite: 9268-9281, Der Angeklagte Olf Brandt kommt in den Zeugenstand. Er ist 54 Jahre alt, lebt in Konstanz und ist Deutscher. Er ist Zahnarzt, verheiratet und einen Sohn im Krieg verloren. Er wurde am 4. November 1938 eingezogen. Er war in Mauthausen von 1. März 1940 bis 5. Mai 1945 nachdem er zuvor wegen Krankheit aus dem Miltärdienst entlassen worden war. In KLM war er zuerst Wachposten, doch aus gesundheitlichen Gründen konnte er das nicht weitermachen und kam deshalb in die Zahnstation, wo er als Zahnarzt arbeitete. Er hatte einmal einen Kampf mit einem polnischen Häftling, den er ohrfeigte weil er mit einem Karren voll Erde in die Zahnstation fuhr. Er schlug aber nicht Semendera, Hoffmann und Seidl. Brandt behandelte nur Männer der Wachmannschaft, keine Häftlinge. Er kennt den Befehl aus Berlin wonach sämtliches Zahngold den Häftlingsleichen entnommen werden musste, er selbst hat das aber nie gemacht. Die Goldzähne kamen in die Zahnstation und wurden dort in Chlorsäure gekocht. Dann wurde jedes Stück gewogen und registriert. Ein Formular wurde ausgefüllt und das kam in die politische Abteilung. Er wog das Gold und füllte das Formular aus. Einige Male ging er ins Krematorium und ließ sich von Sturmscharführer Roth die Goldzähne aushändigen. Brandt ist in Stanton Virgina in den USA geboren und ist im Juni 1933 der allg. SS beigetreten weil er einem Motorsportklub vorstand. Brandt spricht von einem neuen Zahnarztgesetz, das ihn zwang der SS beizutreten. Laut Befehl aus Berlin sollte der Zahnarzt beim Ziehen der Goldzähne anwesend sein. Die Aussage des Zeugen Kanduth sei falsch. Für die Häftlinge gab es einen Zahnarzt und einen Schreiber. Dieser Zahnarzt behandelte täglich 40 bis 60 Häftlinge. Für Häftlinge und SS gab es je einen eigenen Behandlungs- und Warteraum. Brandt gibt an, mehrfach um Versetzung angesucht zu haben, sogar beim Chef aller Zahnstationen aus Berlin, der einmal im Lager anwesend war. Brandt streitet ab, viel getrunken zu haben, denn er hat ein Magenleiden. Die Goldzähne kamen in unterschiedlichem Zustand, manchmal war es nur die Krone, manchmal hing die Wurzel noch dran.
SubjectZahnabteilung, Goldzähne, Krematorium, Dienstbefehl, Besucher
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