U.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-42, Trial Transkript, S. 41735-41755
TitleU.S. Army Kriegsverbrecherprozesse zum KZ-Komplex Mauthausen/Gusen am Militärgericht Dachau: Case 000-50-5-42, Trial Transkript, S. 41735-41755
ReferenceDMP.000-50-5-42.41735
Content descriptionSeite: 41735-41755, Der Zeuge der Anklage Henryk Glowacki ist 40 Jahre alt, Zivilingenieur und er war in Gusen I von 28. Mai 1940 bis Ende 1944 als polit. Häftling. Im Oktober 1940 arbeitete Glowacki im Steinbruch Kastenhofen, Steine mussten ins Lager transportiert werden. Dort arbeitete auch ein Freund seiner Eltern, Karol Frycz. Nach Dienstschluss etwa um 7 Uhr besuchte er Frycz, davon bekamen Pirner und Madlmayr Wind und schlugen Frycz. Glowacki sah danach mit einen Augen dessen Leiche, ein Pfarrer namens Jasinski erzählte ihm später, dass ihm Pirner und Madlmayr auch noch die Goldzähen zogen. Die Leichen wurden damals nach Mauthausen gebracht, ein Krematorium gab es in Gusen noch nicht. Zwischen den Blöcken 13 und 14 war eine Wasserstelle und ein Loch mit Abwasser, dort ertränkten Pirner und Madlmayr fast täglich Häftlinge. Folger war Kapo beim Kellerbau und Glowacki warnte ihn täglich, dass das Gelände dort brüchig sei und die Tunnel einstürzen könnte. Eines Tages brachen einige Tonnen Material ab und Folger prügelte daraufhin einen französischen, einen russischen und einen polnischen Häftling tot, da er ihnen die Schuld gab. Glowacki sah alles mit eigenen Augen aus kurzer Distanz. Glowacki arbeitete nach Kriegsende für die Eisenwerke, früher HGW. Er kam aus Sachsenhausen nach Gusen, damals wurde am Lager noch gebaut, er lebte in Block 5. Das Krematorium wurde im Winter 1941 fertig gestellt, begonnen wurde es im Winter 1940. Karol Frycz trug einen roten Winkel und war Pole. Glowacki wusste, dass Madlmayr Blockschreiber war, auch er selbst war das in den Blöcken 20 und 21. Doch er wurde dieses Dienstes enthoben, da er kein "Gangster" sein wollte. Später wurde er wieder Lagerschreiber, doch er versteckte illegal 76 kranke Häftlinge. Nach dieser Sache kam er in den Steinbruch Kastenhofen und bekam 25 Schläge. Glowacki wird nach einem Treffen der Blockschreiber auf Anweisung Chmielewskis befragt, damals war er selbst noch nicht in dieser Funktion. Diese Treffen fanden in der Lagerschreibstube statt. Befehle Häftlinge zu schlagen oder zu töten gab es nie, sagt Glowacki. Der Lagerschreiber konnte dem Blockältesten Befehle geben, beide unterstanden dem Lagerältesten. Von der Ermordung von 22 Spaniern im Jahr 1942 weiß er nichts. Glowacki ist selbst beschuldigt, des Schwarzhandels aber es kam zu keiner Verurteilung. Glowacki besitzt Papiere, die ihm die Ausreise in die USA erlauben. Glowacki spricht von Grabunen bei den Tunneln I, 2 und 3. Zuständig war dort Ingenieur Wolfram. Glowacki kennt auch einen gewissen Fuessl, dieser war Oberscharführer. Einen Konstruktionsführer namens Wirth kennt er ebenfalls. Beim Einsturz des Tunnelteils wurde niemand verletzt, Glowacki warnte sie rechtzeitig.
NotesGlowacki war Lagerschreiber
Persons keywordFuessl, Wirth, Carl Walter Chmielewski, Henryk Glowacki, Karol Frycz, Pirner, Madlmayr, Folger, Wolfram
SubjectMord, Steinbruch, Goldzähne, Tunnelbau, Blockschreiber
LevelItem