Oskar Dirlewanger und Gottlob Berger: eine Täterfreundschaft
-
Oskar Dirlewanger war Kommandeur der „Wildschützkompanie“, einer Sondereinheit der SS, die 1940 aus verurteilten Wilderern zusammengestellt und von ihm für den Nahkampf ausgebildet wurde. Denn Adolf Hitler wünschte sich eine Truppe, die wie Wil-derer ihre „Beute“ unauffällig mit der Büchse durch Fangschuss töten sollte. Zum Einsatz kam Dirlewangers Kompanie 1940 erst-mals in Polen, wo sie sich umgehend mafioser Methoden bedien-te, um danach verheerend an der Ostfront zu wüten. Für Dirle-wanger und seine Sturmbataillone galten Partisanen bzw. die sie unterstützende sowjetische Bevölkerung als „Freiwild“. Um hohe personell Verluste im sogenannten „Bandenkampf“ auszuglei-chen, ließ Gottlob Berger, SS-Obergruppenführer, Chef des SS-Hauptamtes, General und Chef-Rekrutierer der Waffen-SS, im Bal-tikum und im heutigen Belarus einheimische Hilfskräfte anheu-ern, um die Kampfstärke der SS weiter zu vergrößern. Auch Dirle-wanger profitierte davon. Durch zusätzliche Zuteilung von KZ-Insassen wuchs seine Sondereinheit zum Regiment, zuletzt über Verurteilte aus Straflagern der Wehrmacht, SS und Polizei sogar zur Brigade. Im Hintergrund hielt Berger „so zuverlässig wie un-auffällig“ (Friede Samo) seine schützende Hand über Dirlewan-ger. Der vorbestrafte Sexualstraftäter wurde stetig befördert, über fünf Dienstränge hinweg vom Obersturmführer bis zum Oberfüh-rer der Waffen-SS.
Accession numberI.D.4955
TitleOskar Dirlewanger und Gottlob Berger: eine Täterfreundschaft
Author
Place of publicationGerstetten
PublisherKugelberg Verlag
Year of publication2026
Pagination142 Seiten
ISBN978-3-945893-35-73-945893-35-6
